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Nahalat tsevi · 1934-02-01 · Heft 5-6 (Februar 1934) · p. Seite 129

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 5-6 (Februar 1934)
Date
1934-02-01
Page
Seite 129 (sequence 19)
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129 Kurze Geschichte des Gottesstaates. Von Rabbiner Dr. L. Breslauer, Fürth L B. (F ortsetzung.) 11. Habsucht in der Wüste. Sinnlichkeit bangt um die Freiheit des Genuffes. Um Macht und Belitz kämpft Habfucht. Sie kämpft nicht blindlings. Sie ift fchlau genug, fidi ebenfo energifch gegen unerwünschte Gaben zu wehren, wie fie wünfchenswerte erftrebt. Belitz verpflichtet. Pflicht wiederum fetzt gehörigen Belitz voraus. Noch ehe Goit Maufche fagte, er werde Jißroeil zu Untertanen feines Staates auf Erden machen, verkündete er ihm, daß ein ״Land fliehend von Milch und Honig" fie erwarte1. Das Sollte eine denkbar vollkommene ftaatliche Ausstattung an Macht und Belitz fein, eine Volkswirtschaft Sondergleichen, durch fch’chinonahe Gotteswaltung üppig gefegnet und gleichzeitig im Beftand eng verknüpft mit der Bewährung des Volkes vorerft als Gauj-kodauSch. Auf dem Gottesftaatsboden, dem außerordentlichen Land mit feinen außerordentlichen Lebensbedingungen, lag der außerordentliche Anfpruch der Ehre des Gottesreiches. Wie oft hatten fie gehört: ״Wenn ihr hinkommt....״. Sie verftanden: diefes Land, zur zentralen Goftesreichsprovinz auserfehen, verpflichtet feine Bewohner für Gottkönig und wird ein rebellifches Volk nicht ertragen. Habfucht Sprach: mein Belitz wird nicht mein fein. Sie fühlte lieh bedroht und reckte fich zu trotzigem Widerftand. Blindlings, ganz aufs Haben verfeffen, Schien es ihnen ein zweifelhaftes Gefchenk, durch Bindung ans Gehorfamsjoch gefährdet und - fie Selber gefährdend. Der Ruf: ״Zurück nach Mizrajim!" war der Schrei der den Adel der Auserwählung verachtenden Habfucht nach ״normalen" Befitzverhältniffen 2. Oder war es anerkennenswerte Ehrlichkeit, wenn fie fich ״nun einmal" nicht Stark genug fühlten, ihre Sinnlichkeit und Habfucht auf die Dauer zu meiftern? Mochten nicht Schon die Mafien des Volkes, die lieh noch in Mizrajim gegen die Befreiung und gegen den Übergang der Obrigkeit von Par’au auf Gott ge- Sträubt hatten, ähnlich gedacht haben? Hatten fie fich geweigert, das Land der Menfchenknechtfchaft zu verlaffen, trotz der unerhörten Wunder, oder vielleicht gerade wegen dieSer Wunder, die ihnen die Ausficht auf ein ihnen unerträglich Scheinendes übernormales 1 II 3, 8, 11• * s. IV 15,41 Raschi.

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