Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 5-6 (Februar 1934)
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 128 (sequence 18)
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ii£ zugleich überschauen kann, denn נולד bedeutet nicht nur die Zukunft. Und solche חכמים waren Rabbiner Hirsch זצ״ל und seine Gesinnungsgenossen. Sie haben aus der Vergangenheit gelernt, aus der Vergangenheit, die eindeutig beweist, daß wir Juden immer, wenn uns nur Gelegenheit geboten war, kraft eines Naturtriebes an dem wissenschaftlichen Leben unserer Wirtsvölker mit Leidenschaft teilnahmen und daß dieser Trieb nicht auszurotten ist-, er muß daher etwas eingedämmt und in die richtige Bahn gelenkt werden• Geschieht dies nicht, so sind wertvolle Kräfte dem Judentum verloren. Es ist selbstverständlich, daß dies im Osten zum Teil überflüssig ist, weil ja dort auch die anderen, die Wirtsvölker nicht allzusehr von Wissensdurst geplagt werden und die Juden auch keine Gelegenheit haben, am wissenschaftlichen Leben teilzunehmen, weil ein solches Leben überhaupt nicht existiert. Verschwiegen soll aber nicht werden, daß einsichtige Thoragrößen des Ostens für den Osten einen Rabbiner Hirsch herbeisehnen, während wir ihn hier schon überwunden zu haben glauben! Und um zum Schlüsse zu kommen, möchte ich meiner Überzeugung Ausdruck geben, daß Rabbiner Hirsch זצ״ל nicht nur nicht überholt ist, sondern daß seine Parole erst zu verwirklichen ist. In ״Wissenschaft und Leben des Judentums“ will Rabbiner Hirsch זצ״ל wahre Wissenschaft und wahre Bildung, und nur für sie will er sie. Wo ist nun die Wissenschaft des Judentums, der wir unser Gepräge gegeben haben? נער קטן יכתבם Man kann die Werke, die der Hirsch״sehen Forderung gerecht werden, an den Fingern abzähien, und da soll seine Parole überholt sein? Weil die Parole wahr und jüdisch ist, ist sie ewig. An uns ist es, ihr zu folgen und sie mit dem richtigen Inhalt zu erfüllen. An sich ist sie ja nur formal, ihr Inhalt muß ja nach Gestaltung der Zeit Verhältnisse wechseln 5 in unseren Tagen fordert sie m. E. die intensive Pflege des Hebräischen, damit durch das Hebräische nicht das Unjüdische in unsere Kreise dringe und die wahre Wissenschaft und Bildung verdränge; aber als formales Postulat kann sie nicht überholt sein, solange wir und mit uns unsere Thora im Golus ist. Erfolgt die Erlösung, dann ist die Parole erst recht wahr, denn dann wird ja תורה zum דרך ארץ und דרך ארץ zur תורה.