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Nahalat tsevi · 1934-02-01 · Heft 5-6 (Februar 1934) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 5-6 (Februar 1934)
Date
1934-02-01
Page
Seite 127 (sequence 17)
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auch nur einen Augenblick vor Gott als Sünder zu erscheinen!“ Lieber Jude ohne Wissenschaft als Wissenschaft ohne Judentum. Gottlob aber, daß dem nicht so ist.“ Das ist der tiefe Sinn der Hirsch’schen Parole. Dem Drange des Volkes nach wahrer Wissenschaft, der einfach unausrottbar ist, soll genügt werden, dieses Sehnen nach Bildung in die richtige Bahnen gelenkt werden, damit es nicht den Pseudowissenschaften in die Arme getrieben werde, und — das ist vielleicht der noch tiefere Sinn — Bejahung der Wissenschaft und Bildung wegen der Wissenschaft des Judenturns und vom Judentum. Ohne gediegene methodische Schulung in anderen Wissensgebieten bleibt man ein Stümper auch in der Wissenschaft des Judentums, soweit es seine weltanschauliche Seite betrifft. Ist diese Forderung überholt? Glaubt man die Sehnsucht nach Wissenschaft und Bildung innerhalb des deutschen Judentums ganz erstorben? Und wenn auch vorübergehend vielleicht das Interesse an klassischer Bildung und an Wissenschaft gemindert erscheint, wird es so bleiben? Und soll man wieder das Feld den anderen überlassen, bis man wieder vor Trümmern und Ruinen jüdischen Lebens steht, wie sie Hirsch vorgefunden hat? Nicht immer sendet Gott die großen Männer, die imstande sind, einer Entwicklung Halt zu gebieten und dem Fluß eine entgegengesetzte Richtung zu geben. Große Männer sind ein Wunder und bekanntlieh אין סומכין על הנס. Oder haben wir schon eiue orthodoxe Wissenschaft des Judentums, eine orthodoxe Darstellung der jüd. Geschichte, eine orthodoxe Zusammenfassung der religionsphilosophischeu Richtungen und Systeme des Judentums, ja haben wir auch nur eine wissenschaftliche Ausgabe unserer ספרי תנ״ך? Das alles enthält die Forderung תורה עם דרך ארץ. Und angesichts dieser geistigen Leere soll schon die Forderung überholt sein? Und noch etwas enthält diese Forderung. Kein Gebiet jüdischen Wissens darf unzuverlässigen Händen anvertraut werden, denn das Volk will wissen, und es soll dieses Wissen על טהרת הקודש erhalten. Warum, wenn die Parole Rabbiner Hirsch’s זצ״ל schon überholt ist, überläßt m;a1 das Hebräische, die Sprache der תורה, den Verächtern der Thora? Auch auf diesem Gebiete wird aus der Not eine Tugend gemacht. Es ist viel bequemer die Hebraisten zu kritisieren als selbst anständig hebräisch zu lernen. Auch hierin wird es uns so ergehen wie auf den Gebieten der jüdischen Wissenschaften, weil wir über Hirsch schon weit hinaus zu sein glauben. Der חתם סופר erklärt das איזה חכם הרואה את הנולד auf Grund einer Mischnah in נדרים, daß nur der ein Weiser ist, der Vergangenheit und Zukunft

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