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Nahalat tsevi · 1934-02-01 · Heft 5-6 (Februar 1934) · p. Seite 126

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 5-6 (Februar 1934)
Date
1934-02-01
Page
Seite 126 (sequence 16)
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126 Religionsphilosophie, jüdische Geschichte und Bibelexegese wurden ihre Domänen, und sie gaben nur ein Bild von der Weltanschauung des Judentums, das sicherlich nicht geeignet war, uns in den Augen unseres Wirtsvolkes als das עם חכם ונבון erscheinen zu lassen, denn es war ja gar nicht das Judentum, das sie kennen lernten, sondern Phantasien eines Geiger, eines Holdheim usw. Aber da man ihnen diese Gebiete kampflos überließ und auch gar nicht den Versuch machte, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, so glaubte nach und nach auch die Menge, daß das Bild, das sie vom Judentum entwarfen, ein adäquates ist. Warum der Versuch nicht gemacht wurde? Wenn wir offen sein wollen, einzig und allein aus dem Grunde nicht, weil zur Darstellung der jüdischen Religionsphilosophie, der jüdischen Geschichte ein großes Maß auch weltlicher Bildung gehört, über die die Treuen nicht verfügten, Da kam Hirsch und schrieb folgende Sätze: ״Unser ganzes Streben war und ist eben dies, die innigste Vermählung des Juden־ tums mit dem Geiste aller echten Wissenschaft und Bildung darzutun, daß dies Judentum, das ganze Judentum nicht der antiquierten Vergangenheit, daß es der Gegenwart mit deren ganzem frischlebendig pulsierendem Leben angehört, ja daß die ganze Zukunft mit allen geistigen und sozialen Problemen, deren Lösung die Menschheit von ihr erwartet, eben dem Judentum, dem vollen ganzen Judentum angehört. Eben aber weil wir dies wollen, weil wir wahre Wissenschaft und Bildung aufrichtig in Wissenschaft und Leben des Judentums wollen, darum eben sind wir die erklärtesten Feinde aller falschen Wissenschaft und Bildung, Feinde jeden Versuches, der unter der usurpierten Maske der Wissenschaft die Axt an die Wurzel unseres jüdischen Heiligtums legt. Jede solche falsche Wissenschaft untergräbt — nicht das Judentum, das Judentum wird uns alle überleben — untergräbt aber jedes Aufblühen wahrer Wissenschaft im Judentum, indem es allen mit der Wissenschaft nicht vertrauten aufrichtigen Juden, erfahrungsmäßig, wissenschaftliches Suchen als das Judentum gefährdend erscheinen lassen muß. Denn wenn es in der Tat keine Alternative gäbe, wenn jedes wissenschaftliche Streben die Tendenz in sich tragen müßte, das Judentum, wie es dem Hause Israel als ewige, nimmer zu verkürzende Aufgabe gegeben ist, in seinem Innersten zu erschüttern, dann allerdings, wenn wir nur die Wahl hätten zwischen Judentum und Wissenschaft, dann eben hätten wir keine Wahl, dann entschiede sich jeder Jude ohne weiteres für die talmudische Sentenz: ״Lieber lebenslänglich ein Tor genannt zu werden, als

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