Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 5-6 (Februar 1934)
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 118 (sequence 8)
- Belongs to
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11» Erziehungswerken aufgebaut hat, man sucht es ihr zu zerstören oder zu entwinden. Ganz einerlei, welcher Erfolg ihm beschieden ist, es müßte die Tatsache dieses Versuches allein genügen, um wenigstens der Orthodoxie die Augen zu öffnen, die sich nur allzu gerne von der Einheitssymphonie der Liberalen und Zionisten betören ließ. Wenn es im Erziehungsplane des Allmächtigen steht, den jüdischen Menschen die Eückkehr in das Ghetto aufzuerlegen, dann sollte der spätere Historiker wenigstens darlegen können, was diese ״revenants“ nun eigentlich in das Ghetto mitgebracht haben. In jeder Golah gibt es Geula-Auftakte. Und es wäre ein Erlösungsmoment sondergleichen, wenn susanische Grundtöne dabei mitschwingen würden. Die Vorgänge in Palästina sind allzusehr von ägyptischen Erinnerungen beherrscht. Es gab schlechterdings noch keine Periode in der jüdischen Geschichte, in der die mit Palästina unlöslich verbundene messianische Gedankenweihe so außer Acht gelassen wurde. Das ist es ja, was die Thoratreuen so sehr schmerzt, dieses Zerrbild einer ״Erlösung“. Da erinnert man sich unwillkürlich der Ephraimsöhne Seved und Schuselach, die da glaubten, mit den säcularen Mitteln ihrer Zeit Palästina erobern zu können. Wenn je, so hätte in diesem Aufschwung die Führung der Thoratreue anvertraut werden müssen. Wenn also die Altgläubigen, der alte Jischuw und seine Gesinnungsgenossen, die Sabbathentweihung und ähnliche Irrungen auf heiligem Boden so sehr bedauern, so ist es nicht sowohl der Schmerz über die Thorauntreue einzelner, sondern vielmehr die entsetzenerregende Gewißheit, daß wieder einmal eine Frage des Allmächtigen an sein Volk nicht verstanden wurde. —- Beide Bilder, beide Erlösungsformen zeigt uns die Vergangenheit, Susa und Ägypter!; beiden gemeinsam ist eine Pflicht — das Vergessen, künstlich herbeigeführt am Purim, also, daß ein erheitertes Gemüt sogar der Menschen, die damals eine Eolle spielten, in ihrem Einfluß auf den Gang der Ereignisse vergessen soll, als Dankbarkeitspflicbt, sogar gegen Ägypten in dem Kreis der Mizwoth, welche sich an den Aufenthalt in Ägypten anschließen. Einen scharfen Kontrast hierzu bildet bei beiden die Pflicht der Erinnerung. Es ist seltsam dieser große Zug in Ägypten, und in Susa diese Bindung aller Geschlechter für alle Ewigkeit. Der liest sich so schlicht, das: קיימו וקבלו (Ester IX, 27) ״Zustimmend nehmen es die Juden auf sich und ihre Nachkommen“. 2500 Jahre hat es sich bewährt bisher. Es war, als ob Moses wieder auf-