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Nahalat tsevi · 1934-02-01 · Heft 5-6 (Februar 1934) · p. Seite 117

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 5-6 (Februar 1934)
Date
1934-02-01
Page
Seite 117 (sequence 7)
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117 hätten sie gerne, leidenschaftlich gerne mitgemacht, als Pharaos Mandatare an die Spitze des Volkes zu kommen, das hätte ihren glühenden Wünschen entsprochen; aber eine Erlösung, die im Namen des Allmächtigen gefordert und erzwungen ward, das behagte ihnen nicht, doppelt nicht, als sie sahen, daß nun gar einer dieser altfränkischen, unmodernen Menschen das Volk führte. Sie blieben also zunächst zurück, und was taten sie? Sie wurden hoffähig, und sie zuckten nicht mit den Wimpern, als Pharao ihnen die Mitteilung machte, man habe beschlossen, mit Israel aufs neue abzurechnen. In Susa war es anders. Als da schlicht dem Volke gesagt wurde, Bettung könne nur vom Lenker aller Geschicke kommen, da glaubten sie daran, alle, Mann, Weib und Kind, und unterstellten ihr ganzes Leben diesem Gedanken. Sie suchten nicht nach anderen Wegen und unterwarfen sich alle, selbst die hoffähigen Neologen, die gestern noch stolz darauf gewesen waren, von Ahasver zur Tafel gezogen zu werden, obwohl die Führung in die Hände eines Thorajuden geglitten war. So ward der Einheitstraum der Juden Persiens erfüllt. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen Purim und Peßach. Wenn wir im weiteren Verlauf der Geschichte 80 oft der Tatsache einer Sehnsucht nach Ägypten begegnen, so wirft auch dies ein Licht auf die innere Verfassung während des Aufenthaltes in Ägypten. Viele gab es, denen die Gottesferne behagte und welche dieselbe gern in Kauf nahmen. Namentlich als dem ersten Auftreten Moses’ nicht die unmittelbare Erlösung folgte. Die Erlösung war ein Erziehungswerk, dessen volles Resultat sich zunächst nur 10 Tage lang wirksam zeigte. Denn schon bei Mara begann des Volkes Einstellung gegen den Führer Moses. Schon damals meinte man, der religiöse Führer müßte auch die wirtschaftlichen Probleme lösen. Es liegt sehr nahe, eine Parallele zu unseren Tagen zu ziehen. Man spricht so viel von einer Renaissance des religiösen Elementes innerhalb der deutschen Judenheit. Leider trifft das nicht zu. Denn die natürliche Folge eines solchen Zustandes wäre die restlose Anerkennung des Primates der Thora in allen jüdischen Belangen. Wie würde wohl ein Diktat Esthers und Mordechais von unseren Zeitgenossen aufgenommen werden? Wissen wir denn nicht, daß gerade das Gegenteil der Fall ist? Wissen wir denn nicht, daß Feinde und Gegner der ״Altgläubigkeit״ hurtig und emsig am Werke sind? Was die Orthodoxie mit unsäglichen Opfern an

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