Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 106 (sequence 60)
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106 wäre. Das ist jedoch nicht richtig. Beispielsweise kann ein קטן als רודף getötet werden, obfchon er nach vollendeter Tat nicht bestraft werden kann. Der מוסר ist (jedenfalls nach Ansicht fast sämtlicher פוסקים) als רודף anzusehen. Er kann als solcher getötet werden, obwohl seine Handlung nach Vollendung als נרמא straffrei wäre. Unrichtig ist aber auch die Annahme, dab bei den übrigen ס^רודף!^ nur ״Tatfälle״ gemeint seien, d. h. solche, bei denen der Täter eine עשייה im technifchen Sinne begehen will. Es ist ganz selbstverständlich, dab der Bedrohte und jeder Dritte den רודף auch dann umbringen dürfen, wenn dieser durch eine גרמא töten will Sollen sie im Falle von סנהדרין ע*ו:) גידקא דמיא) etwa erst Erwägungen anstellen, ob der Tod בכה ראשון oder בכה שני eintreten würde? Beim רודף handelt es sich um Abwehr und Schutz gegen drohendes Verbrechen, bei der Verurteilung durch das ב״ד um Sühne für begangene Tat. Daher sind die Voraus- Setzungen verfchieden. Beim רודף genügt die subjektive Einstellung und die Geeignetheit des Mittels. Bei der Verurteilung ist zu prüfen, ob die objektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt sind. Inwiefern es eine umstrittene Frage sein kann, ob der מוסר in das 4^ת?-רודף> einzuordnen ist, erfcheint angesichts des klaren Wortlauts der אמר האי רודף הוא :גמרא ברכות נ־ח fchwer verständlich. Aus dem Wortlaut des רמבם חובל ומזיק פרק ח׳ הלי׳ י׳ kann in dieser Beziehung nichts Gegenteiliges entnommen werden, weil er dieselbe Begründung התיר עצמו למיתה auch beim רודף selbst gibt. (שם הל׳ י*ט). Sachlich ist aber dieser ganze Hinweis bedeutungslos, da, wie Herr Dr. R. zugibt, nach Ansicht fast sämtlicher פוסקים der מוסר als רודף anzusehen ist. Richtig ist, dab beim מוסר die Vollendung der Tat bereits in der Denunziation erblickt wird, so dab der מוסר nach diesem Zeitpunkt nicht mehr getötet werden darf. Daraus folgt aber keineswegs, dab die ע״ז nach der Urteilsfällung nicht mehr getötet werden können, weil alsdann ihre Tat bereits vollendet sei. Beim מוסר ist im Augenblick der Denunziation das Schicksal des Denunzierten bereits endgültig besiegelt, was die נמרא ב״ק קי׳ז ausdrücklich mit den Worten: כתוא מכמר hervorhebt. Es wird also keineswegs der Zeitpunkt der Denunziation ohne Rücksicht auf die Folgen als mabgeblich angesehen, wie Herr Dr. K. annimmt. Im Gegensatz dazu ist bei den עת das Schicksal des Angeklagten auch nach der Verurteilung noch nicht endgültig entfchieden. Es sind vielmehr alle Vorkehrungen getroffen, um eine Rettung des Verurteilten noch bis zum letzten Augenblick zu ermöglichen, (vgl. סנהדרין