Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 91 (sequence 45)
- Belongs to
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9t größere Gerechtigkeit in der abrahamitischen Devise Zedakah umischpat, sondern die genau so viel sind, wie der Besitzer selbst, — alle zusammen, Besitzer und Arbeiter, gleichberechtigte Glieder einer großen Gemeinschaft der Bauleute des Reiches der Thora. Wie könnte man sonst erwarten, daß sie den jüdischen Eigentumsbegriff des Gotteslehens richtig erfassen und konsequent durchführen, der nur Pflichten und keine Rechte gibt! Wie könnte man sonst erwarten, daß sie, die Besitzenden, den Zustand des Besitzlosen — wie die Thora — als etwas Unnatürliches, wieder zu Aenderndes ansehen und den Zustand der materiellen Abhängigkeit als eine Verminderung der Gottesknechtschaft! Wie könnte man sonst erwarten, daß die brennende Scham und der schreiende Makel von der Orthodoxie genommen wird, sie sei eine Gesellschaft der Kapitalisten und der Ausbeuter unter dem Deckmantel der Religiosität und des Pharisäertums! Das geistige Reich der Thora. Wir werden der Thora ihren Platz im künftigen Zentrum jüdischen Lebens nur dann schaffen können, wenn klar ist, wie die Anwendung des ewigen Gehaltes der Thora auf die Totalität des heutigen Lebens in Erez Jisroel zu erfolgen hat. Unsere Führer, unsere Rabbonim dürfen nicht weiter schweigen. Sie allein leben so in der Thora, daß sie unbeeinflußt sind von den Irrlehren, die drohen, auch den künftigen Bau der Thora zu zerstören. Aber sie sollen zugleich Kenner des Lebens sein. Sie sollen wissen, was die allgemeine Wissenschaft über die ewigen Gesetze der Arbeit, des Bodens und des Besitzes zu Tage gefördert hat, damit die Thora in ihrem Munde eine Lehre des Lebens werde. Wenn die Rabbonim die Verantwortung auf sich nehmen, in den Fragen des palästinensischen Alltags Ent- Scheidungen zu treffen, Entscheidungen, die aus der Kenntnis der Verhältnisse geboren sind, so wird Kwod Hathora neuen Glanz erhalten. Utopie? Es wäre sinnlos zu leugnen, daß der Weg zum kommenden Reich der Thora nicht unvergleichlich schwerer ist als der Weg des Misrachi oder des alten Jischuw. Aber nichts darf uns hindem, unsere Erkenntnis von der ungeheuren Gefahr dieser beiden Wege und den gewaltigen Möglichkeiten des neuen Weges in die Tat umzusetzen. Dies gebe uns Kraft, daß wir wissen, wie