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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 89 (sequence 43)
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80 Neuen Reform, die die Thora auf die Familienfeier und die Synagogenweihestunde, auf ethische Gesinnung! und mystische Erlebnisse drängt. Die alte Wunde. Wir hatten schon einmal eine Zeit der Wende der äußeren Lebensform, der auch eine Reform folgte. Als die Mauern des Ghetto zerbrachen, als die ungeheure Freiheit an die Stelle der Bindung trat, da wurden die Thoratreuen zu einer Richtung. Diese Wunde klafft noch. Nur weil die Masse der Juden traditionslos geworden war, weil die wenigen Getreuen kaum noch zu glauben wagten, daß das Gesetz für die anderen Liberalen, Freien, Aufgeklärten Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe genau so verpflichtend sei, wie für sie selbst — nur dadurch war es möglich, daß Erez Jisroel schon lebt und unthoragemäß lebt, bevor die Thoratreuen, die am festesten in der Golah, ijn den Khiloth, den Zellen jüdischen Lebens verwurzelt waren, in nennenswerter Anzahl kamen. Vielleicht kommt jetzt mit der neuen Wunde, der Mißachtung der Herrscherin Thora, die alte Wunde zum Bewußtsein der Thoratreuen im Neuen Jischuw. Vielleicht werden sie erkennen, daß sie einer furchtbaren Gefahr für die Thora Vorschub leisten. Vielleicht besinnt sich auch der alte Jischuw, jene feste Burg Gottes, auf seine Verantwortung, vielleicht sieht er, daß seiner Jugend doch nur der Weg in das aufbauende Palästina bleibt, daß dort draußen endgültig die Thora aus dem Leben des Volkes ausgeschieden ist — wenn es nicht gelingt, durch den ״Brith Schalom" aller Thoratreuen, den Dritten Jischuw der Herrschaft der Thora im Volksleben zu schaffen, der allein auch die alte Wunde heilen und die verirrten Kinder Israels zur Kabalath Ol Malchuth Schamajim zurückführen kann. Aufgabe der Jugend. Die Jugend kann der Stoßtrupp sein. Wo so viel zu ändern ist, so entscheidend Neues durchzuführen ist, wo es gilt, große Schwierigkeiten durch große Begeisterung zu überwinden — da kann allein eine Bewegung! die anderen Menschen mit in Bewegung setzen. Wir verlangen von unseren Menschen, daß sie lernen, sich aus dem Lernen zu jüdischen Charakteren formen, die die Weltanschauung des Lernens besitzen. Wir wollen so die Besten und Fähigsten für unser Werk herausgreifen. Sie sollen die Gefahr und die Größe der Zeit ganz erkennen. Sie

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