Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 88 (sequence 42)
- Belongs to
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88 digungs- und Streikrecht, besteht zwischen diesen zwei Gruppen ein grosser Unterschied. Auch Ärzte und Rechtsanwälte fallen unter diese Rubrik. (Wird fortgesetzt.) Der dritte Jifchuw. Von Fredi Lustig. Die drohende Neue Reform. Wieder einmal ist durch äußere Umstände eine große, innere Not entstanden. Mehr und mehr thoratreue Menschen wandern nach Erez Jisroel aus, nach dem schaffenden und bauenden Erez Jisrael. Damit sind sie mitten in ein jüdisches Volksleben gestellt. Bevor sie in diesem jüdischen Volksleben standen, als sie noch in den Ländern der Golah lebten, war es ihnen noch möglich, in der Vorstellung das ganze Leben unter der Thora zu denken. Die palästinensische Wirklichkeit, in der sie nun mitleben, ist ein Volksleben nicht nach der Thora. Im Mitarbeiten, im Mitbauen bejahen sie dieses unthoragemäße Volksleben. Voll wirkt sich die Ueberlieferung in der Familie und der Synagoge aus. Schon zeigen sich darin Berührungspunkte mit gewissen Bestrebungen im nichtüberlieferungstreuen zionistischen Lager. Bisher war die Thora zwar praktisch Religion, statt — wie sie es sein will — Reglerin des gesamten Volkslebens. Aber dies hatte seinen Grund in der äußeren Situation, eine Galutherscheinunq. Theoretisch, vor allem durch die Welt des Lernens blieb der Thora ihr wahrer Charakter. Nun ist es den Juden überlassen, das ganze Leben zu gestalten. Nun machen die Juden aus freiem Willen die Thora zur Religion. Nun könnten alle Menschen, die aus materiellen oder höheren Gründen Palästina aufbauen wollen, die zugleich überlieferungstreu sind, sich Zusammenschlüßen und zunächst auf eigenem Boden — geschlossen angelegt — die ganze Weite des palästinensischen Lebensbezirkes der Thora als Reich zur Verfügung: stellen. Daß sie das nicht tun, daß sie als Misrachisten sogar noch glauben, die kommende Einheit des jüdischen Volkes in der Thora über die Einheit des Zionismus erreichen zu können, daß sie als Agudisten im Neuen Jischuw glauben, ihrer Pflicht zu genügen, wenn sie sich vorerst nicht in der zionistischen Organisation organisieren — dies macht sie zu Bannerträgern der drohenden