Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 81 (sequence 35)
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»1 taubes, fteriles Werk. Allein wer vermag unter den Schob der Erde zu fchauen, um fich zu überzeugen, ob das Wurzelwerk gefund ift? Wer vermag die innere Verfaffung eines Volkskörpers zu erkennen? Nun, da hat uns Jefaia den Blick geweitet und uns mit Schauern der Ehrfurcht erfüllt. Wenn, fo lagt er, Israel alles, Knospe und Blüte, geradlinig mit feinen Wurzeln verbindet, dann mub lieh der Erfolg im Glück der Welt äubern, und die Erde mub fich ftrahlend entfalten. Das haboim jafchrefch Jakow gewinnt hierbei [eine unendlich grobe Perfpektive. Nicht nur im eigenen Land und feiner Sübe, nicht nur in eigener Vergangenheit und ihrem Odem, nein, in der Menfchheit mub fich Jakob verwurzeln. Dasjenige, was nach dem Midrafchwort der Allmächtige felbft vor der Sinaiftunde begonnen, Thora und ihre Lebenswahrheit den Völkern der Welt zu bringen, das mub das jüdifche Volk bei feinem Gang über die Erde immer und immer wieder aufs Neue verfueben. Wurzel mub es fich fchlagen in Geilt und Herz der Menfchen. Die Menfchen fträuben fich dagegen; ihr Verhalten zeigt, gemeffen an dem Ablauf der mit Jahrhunderten rechnenden Gefchichte, ftets diefelbe Kurve, wie bei Pharao, von der vermeffenen Frage an: *Wer ift der Ewige?״ bis zu dem Bekenntnis: ״Der Ewige ift in feiner Wallung das vollkommene und edle Recht.״ Das ift der tiefe Sinn der Gola. Gewib, es gab Perioden, in denen die Völker der Umwelt Blüte und Knospe von Israel hegten und pflegten. Da wäre der Zeitpunkt gewefen, in dem die Enkel Jakobs in den gefälligen Boden fatter Herzen ihre Saat hätten ftreuen können. Aber, merkwürdigerweife, fo oft war die wurzellofe Blüte und Knospe Israels gleichbedeutend mit einem Golus Schechina fondergleichen, mit einer vöUigen Wurzellofigkeit Jakobs, in der ״fpanifchen Blüte-Periode״ ebenfo wie in dem Traum der Emanzipationsperiode. Sie find unlöslich miteinander verbunden, Menfchen, Erde und Jakob. Im heiligen Lande äubert fich diefer Dreiklang im prophetifchen Worte. Seir ift der Gipfelpunkt der Umwelt, in ihrem dumpfen Unbehagen fragt fie den Wächter, was wird werden aus diefer dunklen Nacht, ob fie in der kraftlofen Schwäche, oder im männlichen Gewände fchrankeniofer Kraftentfaltung fich äubert. Der Jammer der Welt fpiegelt fich in diefer Frage wieder. Es ift der Schrei ihrer Sehnfucht, die Wurzel der ewigen Wahrheit, des fonnigen Glücks in fich aufzunehmen. Vom Seir kommen die Fragenden, die Suchenden. Und dann - allzu gewagt ift die Erklärung nicht, welche in dem Satz haboim jafchrefch jakow das haboim auf diefe ״Kommenden״ bezieht und das jafchrefch trän-