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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 80 (sequence 34)
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ao Vers 5), was Tollen wir da Tagen? Und doch! Vielleicht wäre es heute To leicht; Tolange Jakobs Kinder in fernen Landen weilten, da hatte ihr Herz und ihre Seele in Paläftina Wurzel gefchlagen, und immer war mit diefem Traum der Gedanke an das Glück der Menfchheit verbunden. Nichts iß weniger egoißifch, als die MefGas-Hoffnung der alTo Verwurzelten. Sendboten fchickte man hinaus, um dort den Boden zu lockern, um in alle Geheimniffe diefes Bodens einzudringen. An die Wirklichkeiten des Lebens dachte man dabei herzlich wenig. Man glaubte einer Auserwähltheit fondergleichen zu bedürfen, um in diefem Lande wohnen, weilen, ßerben zu dürfen. Wir verfagen es uns, einen Vergleich mit der Säcularifation des Landes heutzutage zu ziehen. Wenn damit wenigftens ein Wurzelfchlagen verbunden wäre! Denn darauf kommt es an. Jene Aßen, die mochten wo immer fein, ihre Wurzel bargen (ich in heiliger Erde. Und hier ergibt fidi eine klare Parallele mit der inneren Verfaffung der im egypiifchen Exil weilenden Ahnen. Es iß ja an und für fich eine feltfame Erfcheinung, daß wir eigentlich von den rund 120 Jahren diefer Periode fo wenig erfahren. (Wir fagen 120 Jahre, weil bei der Dauer von 210 Jahren des Aufenthaltes in Egypten die Verfklavung erft nach dem Tode Jofefs und feiner Nach-Generaßon einfetzte und ein Gefchlecht traf, welches noch in der glücklichen Periode erzogen worden war.) Wir hören von zwei tapferen Frauen, von einer Gegenden Mutter ferner und von der Hingabe einer klugen Schwefier. Man könnte fchon daraus den Schluß ziehen, daß die an und für Geh von der Unterdrückung nicht fo unmittelbar beiroffene Frauenwelt in edlem Stolz den beßen Weg zur Über- Windung der fchlimmen Zeiten fanden. Was aber iß das Gefamtbild des Volkes jener Tage? Aus zwei Strichen fetzt Geh diefes Bild zufammen. Sie waren Israels Kinder geblieben, in den Augen der anderen nicht nur, fondern auch in ihren eigenen Augen. Die pharaonifche Umwelt leßete aus diefer Erkenntnis dos Motiv der Gegnerfchaß ab, den Juden gelangte dabei das Bewußtfein ihres Verwurzettfeins in der Vergangenheit zum Durchbruch und äußerte Geh in einem gewaltigen Auffchrei des Gebetes. So war und iß es alle Zeit. In den Epochen des Jakobtums muß es Geh zeigen, ob Israel den Weg zu feinem Wurzelwerk zurückGndet. Wir vermuten, daß Jefaia diefe Wahrheit im Auge hatte, als er in der oben zitierten Verheißung den Wechfel zwilchen Jakob und Israel eintreien ließ. Ott genug hat ja im Verlauf feiner Gefchichte Israel die WurzelloGgkeit gezeigt, u. dann waren feine Blütenerfcheinungen

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