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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 74

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 74 (sequence 28)
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74 hatten, galt ihnen die Thora als ewig geltende Konstitutive des jüdischen Gemeinschaftslebens und erwies sich ihnen jeder Versuch des Aufbaus jüdischen Gemeinschaftslebens ohne die konstitutive Alleinherrschaft der Thora als Empörung gegen Gottes Königtum, als Lossagung von Kenesseth Jißrael, als Verrat am Gemeinschaftsbunde des Sinaitages. Niemand erachteten sie für befähigt, an der Bewegung des Thedaismus teilzunehmen, der nicht vorbehaltlos sich von den Banden der zionistischen oder der liberalen Gemeinschaft befreite, und der nicht aus eigenster Ueberzeugung! jüdische Gemeinschaft nur dort erblickte, wo zugleich Kenesseth Jißrael als ״An sich“ dieser Gemeinschaft weilte. Hierbei liefen sie keinen Zweifel darüber, daß der von ihnen geforderte unbedingte ״Eintritt" in Kenesseth Jißrael nicht selber schon Blüte und Vollendung des Judeseins, vielmehr nur seine Voraussetzung, gewissermaßen der erste Schritt dazu sei, und daß die Anerkennung der ״Unabhängigkeit" der geschichtlichen jüdischen Nation in allen ihren Teilen eine schwere und umfassende Aufgabe für jeden Einzeljuden bedeute, der unter Führung der jüdischen Nation sich seinen Weg zu seinem Gotte zu bahnen habe. — Alfred Roden und seine Freunde forderten geschichtliche Selbstbesinnung auch hinsichtlich der Stellungnahme des einzelnen Juden zu den Erkenntnissen des Verstandes, zu den Ergebnissen der Wissenschaft. Von Metageschichte kamen sie zu Metaphysik. Dem Verlangen nach Verstandesbeweisen für Gott und die Sendung Mosis schnitten sie in ihrem Kreise endgültig das Wort ab. Sie erstreckten die ״Unabhängigkeit" der geschiehtliehen jüdischen Nation auch auf die Verstandeswelt der Völker. Den geschichtlich geweckten jüdischen Willen wiesen sie, behutsam und schrittweise in jüdische Erkenntnistheorie einführend, sorgfältig darauf bedacht, individuelle Problematik zu lösen und nicht zu reizen, als sturmgesicherten Urgrund der jüdischen Persönlichkeit auf, der die erkannte Welt der Erscheinungen immer nur Objekt des sich -selbst behauptenden Ich, nie aber Bestimmungsgrund ihres in Erkenntnis frei gewordenen Willens sein könne. Kenesseth Jißrael als Trägerin der Thora des gesprochenen Worts stellten sie als einzig maßgebende Interpretin der überlieferten Thora des geschriebenen Worts hin und bestanden auf restlose ״Unabhängigkeit" von den leeren Verstandesergebnissen der geschichtsfremden Bibelkritik. — Auf dieser erkenntnistheoretischen Grundlage bauten sie

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