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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 72

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 72 (sequence 26)
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ii leicht — räumlich getrennt, müssen sie umso mehr geistig und seelisch zusammenbleiben. Keiner darf verloren gehen! Auf jeden Einzelnen kommt es an! — Schon ist viel kostbare Zeit verloren. Die vierzehn Jahre nach dem Weltkrieg haben den agudistischen Verband, haben zumal die deutsch-jüdische Orthodoxie nicht auf der Höhe ihrer Bestimmung gesehen. Wohl hat die Aufrüttelung des Weltkriegs und die Wirtschaft der Nachkriegszeit die gesetzestreue Jugend Deutschlands in immer wachsendem Maße dem Studium der Thora zugeführt und das Streben nach Aufbau jüdischer Persönlichkeiten gemehrt. Aber der schwere und tiefe Sinn des Zeitgeschehens, der Aufruhr der Elemente des Gottesstaates als Vorstadium ihrer kommenden Wiedervereinigung, begleitet von ungeheuerlicher Wirrnis der von Gottes Recht nicht erfaßten Welt der Nationen, innen sowohl wie außen: nur die wenigsten erfaßten ihn, kaum einer handelte danach. Ein Programm der Bereitstellung der Elemente des Gottesstaats, ein Programm der Bereitstellung jedes einzelnen Juden für sein Gottesstaats-Bürgertum verhallte ungehört. — — In völligem Mißverstehen der Gegenwartsproblematik versagte sich ein großer Teil der Jugend der — ״Politik'1 und ward bewußt — ungeschichtlich. Und ungemein aufschlußreich ist es, daß Hand in Hand damit auch eine gewisse ״Abkehr" der Jugend von — Rabbiner Samson Raphael Hirsch in Erscheinung trat.- Alfred Roden und seine Freunde gingen an die Arbeit. Die Härte der Zeit lähmte sie nicht, sondern stachelte sie an. Sie wußten, worauf es ankam: Zunächst Menschen zu gewinnen, sie zu erziehen, sie zu gestalten. Es waren gesetzestreue junge Menschen, an die sie sich vor allem wandten, um aus ihnen, die individuelle Beengung sprengend, geschichtstreue Menschen zu machen. Nicht vom Judentum als einem System erstarrter Dogmen, sondern vom Judentum als immerwährend lebendiger geschichtlicher Erscheinung, von Gott als Nation- Stifter und von Abraham als nationalem Ursprung gingen sie aus und ließen an Hand der Quellen das geweissagte geschiehtliehe Schicksal des jüdischen Volkes in seiner alle geschiehtliehe Erfahrung widerlegenden Einzigartigkeit als metageschichtliehen Beweis Gottes und der Sendung Mosis erstehen. Sie zeigten die zahllosen Stellen in der Thora und in den Propheten auf, in denen die Sorge um die dauernde Aufrechterhaltung der Einheit der drei Elemente des jüdischen Gottesstaates, noch vor.

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