Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 69 (sequence 23)
- Belongs to
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69 In Agudafj Jifjrael erkannten sie das taugliche Instrument. Bei allen schweren Fehlern, die in der Vergangenheit von den agudistischen Führern begangen worden waren, konnte immerhin gesagt werden, daß der Grundgedanke von Agudaß Jifjrael unverkennbar das von der Thora als konstitutivem Faktor beherrschte jüdische Volk war, dem Organe geschaffen werden sollten, auf daß es geschichtliche Handlungsfähigkeit erlange; daß in Polen unter agudistischer Fahne die Thoratreue zu tatenbereiter Selbstbewußtheit sich entwickelt, unter agudistischer Fahne die Mädchenerziehung auf eine neue Basis gestellt hatte; daß im Heiligen Lande unter agudistischer Fahne der furchtbare Kampf um Sein oder Nichtsein der Thoranation geführt wurde, und Agudaß Jifjrael die Stimme der Thoranation vor dem Völkerbund mit wachsendem Erfolg zu Gehör brachte. So war es für Alfred Roden und seine Freunde selbstverständlich, daß sie ihren Platz innerhalb Agudaß Jifjrael bezogen, um als Thedaisten sich durchzusetzen. — Naturgemäß wandten sie sich zunächst an die deutschen Juden. Es galt, den viel verkannten Satz: Thora im Derech Erez im Sinne des Thedalsmus richtigzustellen und dementsprechend die deutschen Juden zu erziehen. Es galt namentlich, die Wirtschaftlieh und geistig durch die ungeheuere Krise Entwurzelten durch thedaistische Erziehungsarbeit zu geschlossenen jüdischen Persönlichkeiten umzugestalten, ihnen in der jüdischen Metageschichte den unerschütterlichen Nährboden zu geben, ihnen die Erkenntnis ihrer metageschichtlichen Lebens- und Berufsbestimmung zu verleihen, sie im kommenden Gottesstaat einzubürgern und damit zugleich ihre Beziehung zum Heiligen Lande wie auch zu ihrem Wirtsvolk in aller Grundsätzlichkeit festzulegen. Mächtig war unter ihnen, unter dem wachsenden Druck der Verhältnisse, der Zug zum Heiligen Lande. Aber nicht als Flüchtlinge sollten sie ins Heilige Land wie in ein Nachtasyl wandern, und auch die Zurückbleibenden sollten ins Heilige Land die Saugwurzeln ihres ganzen Wesens senken. Die einen wie die anderen sollten sich als Pioniere jener Dreieinheit des Gottesstaates begreifen, dessenthalben ihre Väter für sich und für sie das Galuth auf sich genommen hatten, um durch ihn der jüdischen Nation wie den Nationen der Menschheit die endliche Erlösung zu bringen. — Gerade die deutschen Juden erachtete Alfred Roden als für den Thedalsmus besonders berufen. Ihnen hatte die Vor-