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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 66 (sequence 20)
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6« göttlichen Thora werden könne, hat gezeigt wie man die Reinheit der Thora-Idee, die nun einmal Anspruch auf Herrschaft macht, gegen alle Gefahren fremder Geistesrichtungen — in seinem Sonderfall der deutschen Kultur — zu schützen habe. Wer zeigt uns nun aber, wie die Reinheit der תורה vor der vielleicht noch viel größeren Gefahr der — zionistischen Geistesricbtung zu schützen ist? Wir wollen hier nicht in politische Polemik verfallen, die Bedenken unserer Zeitschrift gegenüber dem Verbleiben von יראים in organisatorischer Einheit mit dem thoralosen Zionismus sind bekannt. Die Entscheidung über diese politische Fragen wird wahrscheinlich auf heiligem Boden fallen. Was uns hier חוצה לארץ beschäftigen muß, ist vor allem die Gefahr, daß wir in der deutschen Orthodoxie allmählich die Schranken übersehen, die uns weltanschaulich von dem die Thora entthronenden Zionismus trennen. Bekanntlich ist dem menschlichen Körper ein Gift um so gefährlicher je verwandter das Gift dem Organismus des menschliehen Körpers ist. Die deutsche Kultur ist sicherlich der Thora fernstehend. Rabbiner Hirsch bat die von ihr ausgehende Gefahr für die תורה zu bannen verstanden, und wir hatten es in begrenztem Maße auch verstanden. Wer aber bannt die Gefahr des zionistischen Giftes, das den deutschen Juden sich als wirksameres Mittel anpreist, als der seitherige ״assimilatorische“ Weg den sie gegangen seien? Wer schützt die deutsche Orthodoxie davor, daß sie dem Zionismus glaubt, Beschäftigung mit der hebräischen Sprache, mit der jüdischen Geschichte, den Erzeugnissen der modernen hebräischen Literatur sei ebenso jüdisch wie das — Lernen der gottgeoffenbarten Tbauroh? Wer hält die deutsche Orthodoxie davor zurück, lächelnd über die Großen der Vergangenheit hinwegzusehen, denen die hebräische Sprache als Gottessprache viel zu heilig war, um sie als Sprache des Alltags zu profanisieren? Wer schützt die deutsche Orthodoxie davor, daß sie glaubt, wenn sie die hebräische Sprache erlernt, habe sie bereits eine jüdische Tat geleistet, und sich berechtigt fühlt, die traditionelle, von den Vätern überkommene Aussprache der תפלה durch das ..moderne“ sephardische Idiom zu ersetzen? — eine Verirrung, die der ״Israelit“ in einer seiner letzten Nummern mit Recht als solche gekennzeichnet hat. Wer schützt uns vor der Anschauung, die aus Erez Jisroel, dem Lande, nach dem sich unsere Väter Jahrhunderte lang mit der ganzen Glut ihrer Seele sehnten, dem Lande, das seit גדלי׳ בן אחיקם von den Besten unseres Volkes als — Golus-Auf enthalt erstrebt wurde, ein Kolonialland macht, in dem man sich von allen

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