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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 64 (sequence 18)
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64 bestimmende Kultur ausemandersetzen — tun der ,תורד willen. Wie man diese Auseinandersetzung beginnt, ohne sich für die תורה das Geringste zu vergeben, hat Rabbiner Hirsch für seine Zeit und für die Kultur seines Landes gezeigt, hat die Schranken aufgewiesen, die zum Schutz der תורה gegen diese Kultur errichtet werden müssen, ohne daß diese Schranken durch ihre Höhe nach innen fallen können und Gott behüte die zu schützende Thora begraben. So hat Rabbiner Hirsch die Form und den Rahmen geschaffen, innerhalb deren überhaupt erst der Versuch zur Lösung unserer Aufgabe unternommen werden konnte. Den Rahmen und die Form, die immerhin einer Reihe von Generationen den ehrlichsten Versuch ermöglichten, sich und ihre Kinder zu Jehudim zu erziehen und als Jehudim zu leben. Den Rahmen und die Form, die immerhin eine ganze Reihe von Jehudim edelster Prägung zeitigten, — die bei der Auseinandersetzung mit der Kultur allerdings nicht in die Tiefe gingen. Dieser Reihe deutscher Juden mit ihrer schlichten Frömmigkeit, dieser stattlichen Zahl bewußt jüdischer Frauen in Nachbarschaft der hochentwickelten deutschen Kultur hat Rabbiner Hirsch das Milieu geschaffen. Der Rahmen und die Form trugen durchaus deutsches Gepräge — denn Rabbiner Hirsch hat seine Aufgabe in Deutschland gelöst. Man merkte den Formen durchaus Bestrebungen des deutschen Kulturkreises an — aber sie mußten ja innerhalb des deutschen Kulturkreises sich als brauchbar erweisen als schützende Schranken für die göttliche ewige an keinen Ort gebundene Thora. Ist dies Assimilation? Nun, sicherlich nicht mehr, als wenn jemand sich in den Tropen 80 kleidet, wie es dort nötig ist, um den Körper vor schädlichen klimatischen Einflüssen zu schützen. Ohne diese deutsch gestalteten Formen gäbe es überhaupt in Deutschland kein orthodoxes Judentum mehr. Diejenigen unter uns, die das Hirschische Judentum als assimilatorisch empfinden, hätten ohne Rabbiner Hirsch gar keine Gelegenheit gehabt, über das Judentum sich Gedanken zu machen. Sie wären schon der vollendeten Assimilation längst anheim gefallen. Nun hatten wir allerdings in unserer großen Mehrzahl über die mit Recht liebgewordene Form — ist es ein Unrecht, wenn man Werte, die Werkzeuge zur תורה Verwirklichung werden können, lieb gewinnt? — den Inhalt vergessen. Wir hatten vergessen, daß — nach Rabbiner Hirsch — die Form dem Inhalt zu dienen hat, nicht umgekehrt. Wir hatten vergessen, daß die Sinaihöhe der תורה unter allen Himmelsstrichen ein unendlich fernes

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