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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 63 (sequence 17)
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63 aussetzen, die die תורה bedrohten? Nun, die Antwort ist nicht schwer zu erteilen. Weder Rabbiner Hirsch selbst noch die sich an ihn haltende deutsche Orthodoxie waren jemals vor die Frage gestellt, ob sie sich mit der Kultur ihrer Umwelt abgeben sollten oder nicht. Man war einfach in der deutschen Kultnr drin, ohne sich des Eintritts in sie bewußt geworden zu sein. Wir wurden nicht gefragt, und Rabbiner Hirsch wurde nicht gefragt. Der Ansturm war einfach da und mußte gemeistert werden. Rabbiner Hirsch hat ihn gemeistert. Für ihn war, wie wir schon oben sagten, der scheinbare Gegensatz zwischen Thora und Kultur nur Ausfluß menschlicher Unzulänglichkeit, Unzulänglichkeit in תורה- Kraft, Unzulänglichkeit in wissenschaftlicher Bildung. Daß diese Unzulänglichkeit — die Norm ist, daß die weitaus größte Zahl derer, die diese Einheit zwischen תורה und Wissenschaft erstrebten, an dieser Unzulänglichkeit mehr oder minder vom reinen Thora- Standpunkt aus betrachtet, scheiterten — dies zu übersehen, war das Recht des Genies. — Wenn nun die idealisierte Synthese von תורה mit ד״א die jüdische Kraft eines Rabbiner Hirsch voraussetzt, welches ist dann die Bedeutung diees Großen für uns, für die Massen der deutschen Orthodoxie, die doch eben — kein Rabbiner Hirsch sind? Zwei Wege gibt es, sich mit der Kultur des Wirtsvolkes auseinanderzusetzen: Ablehnung der außerjüdischen Kulturwerte als unjüdisch oder Annahme. Die Entscheidung, welcher Weg von den deutschen Juden eingeschlagen werden soll hat Rabbiner Hirsch, wie wir oben darlegten, niemals gertoffen, ja, hat nicht einmal die deutsche Judenheit getroffen. Die Aufgabe, in Verbindung mit dem Leben, in Verbindung mit der Kultur, in Verbindung mit der deutschen Kultur die Thora zu erfüllen, wurde der deutschen Judenheit von den Verhältnissen gestellt. Und da war es nun Rabbiner Hirsch, der diese Aufgabe nicht bloß löste, sondern sie auch als Erster mit Worten präzisierte und dadurch erst der deutschen Judenheit die Grundlagen zur Lösung schuf. Ihr könnt dem irdischen Leben, seinen Erkenntni88en und Bestrebungen seinen ästhetischen und ethischen Werten nicht entsagen? Nun, so nehmt davon an, was sich irgendwie mit der Thora verträgt, aber unterordnet und stellt es in den Dieust der Thora. Wer nicht ר, שמעון בן יוחאי gleich oder ihm ähnlich dem irdischen Leben entsagen und sich ausschließlich der Thora widmen hann, wer das Leben in seiner bestehenden Daseinsform bejaht, muß sich für die תורה mit der die Daseinsform

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