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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 62

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 62 (sequence 16)
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62 dernen westeuropäischen Lebens einer Lösung nahegekracht zu haben, ist das unsterbliche Verdienst Rabbiner Hirschs. Durch sich und sein Leben führte er den Nachweis, daß es eine thoralose Welt nicht einmal im modernen Leben mit seinen mannigfaltigsten Kulturerzeugnissen, die sich doch bis ins Privatleben des Einzelmenschen erstrecken, den Errungenschaften der Technik, den Lockungen der Kunst zu geben braucht. Durch seine Geburt und seinen Bildungsgang war er in dieses Leben hineingestellt worden und — legte es der Thora zu Füßen. Der Nachweis, daß die alten Thora-Forderangen der Alleinherrschaft der Thora in der Welt der modernen Zeit nicht minder durchgefürt werden können und mäßen als in Zeiten unentwickelter Kulturen, war durch Rabbiner Hirsch mit seiner eigenen Persönlichkeit restlos erbracht. Als Begleiterscheinung dieses Nachweises muß es angesehen werden, daß dieser Nachweis innerhalb des deutsehen Sprach- und Bildungsgebietes geführt wurde. Die von ihm gemeisterte deutsche Sprache meisterte er zur Ehre Gottes und seines Gesetzes. Die Kenntnisse, die ihm deutsche Gelehrsamkeit vermittelte, dienten ihm zur Bereicherung seines Verständnisses der göttlichen Thora. Die Gesetze des Landes, das uns Gastfreundschaft bot, dienten ihm dazu, Thora-Gemeinschaften zu schaffen, innerhalb deren die Thora Herrschaft ausübt. Zweifellos, er liebte die deutsche Kultur, die deutsche Sprache, das deutsche Land. Aber die Einheit seines Wesens ließ auch diese Liebe sich der Thora unterordnen. Keine Gebiete des menschlichen Lebens die nicht in heiligende Beziehung zur Thora gebracht werden könnten — die Kultur des uns beherbergenden Wirtsvolkes kann es nicht minder. — — So dachte Rabbiner Hirsch über das außerjüdische geistige und materielle Leben, das ihn gleich seinen Zeitgenossen umfing. — Wir wollen es gleich aussprechen: Diese Synthese in ihrer beispiellosen Geschlossenheit, mit der sie das ganze Leben der תורה unterstellte, war innerhalb der in Frage kommenden Geschichtsperiode durchaus einmalig. Nur ein Rabbiner Hirsch war der unendlich schweren Aufgabe gewachsen, die תורה in sich derart zur Herrschaft zu bringen, daß sich alle Eindrücke aus Wissenschaft und Kunst, alle!TW-fremden Eindrücke der תורה willig unterordneten. Keinem gelang der Wurf ein zweites Mal ganz so wie ihm. Den meisten gelang er gar nicht. Wie nun, so wird man fragen, durfte Rabbiner Hirsch das deutsche Judentum einer Aufgabe aussetzen, der die allermeisten nicht gewachsen waren, durfte die deutsche Orthodoxie sich Gefahren

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