Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 60 (sequence 14)
- Belongs to
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60 des A88imilantentums zu bezeichnen1), 80 haben wir allen Grund, im Interesse unserer תורה uns dagegen zu wehren, um so mehr, als man in unseren eigenen Reihen beginnt, diesen Unsinn zu glauben. Es entsteht dadurch die Gefahr, daß infolge der inneren Umstellung, zu der die Verhältnisse die deutsche Orthodoxie zur Zeit zwingen, durch das Bewußtsein der Problematik unserer Position, dem die Überheblichkeit unseres Standpunktes glücklicherweise gewichen ist, weite Kreise insbesondere unserer Jugend mehr oder minder bewußt im geistigen Lager des selbstsicheren Zionismus landen. Vielleicht dürften wir doch noch einmal in dem Augenblick, in dem so mancher unrichtiger Weise glaubt, das *Hirschische Judentum“ habe ausgespielt, kurz skizzieren, was dieses Hirschische Judentum eigentlich ist, auf die Gefahr hin, Längstgesagtes zu wiederholen. Niemals hat Rabbiner Hirsch etwa die Absicht gehabt, eine neue deutsche Orthodoxie zu gründen. Daß das deutsche orthodoxe Judentum so außerordentlich stark das Gepräge Rabbiner Hirschs trug, — leider war es noch viel zu wenig — war sicherlich von Rabbiner Hirsch selbst nie empfunden worden. Die erste Leistung Rabbiner Hirschs, vielleicht die gewaltigste seines Lebens, war — er selbst. Die im Laufe der Jahrzehnte uns fast bis zum Überdruß angepriesene Synthese von תורה עם ד״א war vor allem eine Synthese innerhalb seiner Persönlichkeit. Wir können die ganzen verflossenen achtzig Jahre nur gerecht beurteilen, wenn wir Rabbiner Hirschs Persönlichkeit selbst gerecht werden. Von welch ungeheurer jüdischen Kraft muß dieser jüdischste aller Menschen, die wir in den vergangenen hundert Jahren in Deutschland hervorgebracht hatten, durchglüht gewesen sein! Welch jüdische נשמה muß in diesem Mann gelebt haben, wenn er nach dem Ansturm der außerjüdischen Kultur, der ihn doch mit der ganzen Wucht traf, ungeschützt durch -־ einen Rabbiner Hirsch, noch als der unversehrte Volljude dastand, als der er allen seinen Zeitgenossen erschien. Er hatte von dem Ansturm doch gar nichts abbekommen. Mit seiner ganzen gewaltigen jüdischen Persönlichkeit fing Rabbiner Hirsch den Ansturm auf und zeigte vor allem einmal bei sich selbst, was eine jüdische Seele mit dieser Kultur für die תורה anfangen kann. Im Anschluß an den פסוק in בכל דרכיך דעהו והוא יישר :משלי י) Siehe auch No. 50 des ״Israelit“ Jahrg. 1933: ״Das Gesetz und das Land“ von Oberrabbiner Ph. Fischer in Sarospatak.