Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 59 (sequence 13)
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Wahrhaftigkeit, wenn wir Judäa als die Wiege der Weitkultur betrachten. Rabbiner Hirfch und unfere Zeit. Zum 27. Teweth. Von Dr. Elieser Posen. Die Ereignisse des vergangenen Jahres, durch die die jfidisehen Einwohner des deutschen Reiches als Fremdrassige gekennzeichnet worden sind, haben auf die davon Betroffenen verschieden gewirkt, je nach ihrer Zugehörigkeit zu irgend einer der sich entgegenstehenden jüdischen Anschauungen. Die Orthodoxie sah in den Erschütterungen die strafende göttliche Hand — allerdings suchte ein jeder die Schuld zumeist bei den anderen und nicht bei sich selbst. Der Liberalismus stand den Geschehnissen reichlieh ratlos gegenüber, denn seine Glieder wußten nun schon gar nicht mehr ein noch aus. Geistiger Nutznießer der Betonung der Fremdartigkeit der Juden war der Zionismus. Es lag von jeher im Wesen des Zionismus, unser Anders-Sein besonders zu unterstreichen, und tatsächlich fand der Zionismus seit der Neuordnung den stärksten Zulauf aus dem liberalen Lager, denn die Ereignisse schienen ja dem Zionismus recht zu geben. Schon mit seinem Entstehen oder kurz danach hat der Zionismus ein Wort geprägt, mit dem er alles brandmarkte, was nicht seine nationalistische Unterstreichung mitmachte: Assimilantentum. Mit diesem Wort, das ein Ausdruck für würdelose Anbiederung sein wollte, sollten zunächst jene Bestrebungen gegeiselt werden, die sich nicht genugtun konnten in der Behauptung, Judentum und Deutschtum seien gar keine Gegensätze. Die zionistischen Wortführer haben es aber für richtig gehalten, diesen Vorwurf des Assimilantentums auch der deutschen Orthodoxie zu machen und so manche Angehörige der Orthodoxie sind — insbesondere in den vergangenen Monaten — auf dieses Schlagwort hineingefallen. Gewiß kann uns mancher Vorwurf nicht erspart bleiben, worüber noch weiter zu reden sein wird, gewiß haben wir unsere Aufgabe nur mangelhaft gelöst, aber die jüdisch-nationalistische Geistesrichtung ist am wenigsten dazu berufen, das Judentum gegen die Orthodoxie, und sei es auch die deutsche Orthodoxie, in Schutz zu nehmen. Wenn nun gar versucht wird unseren Rabbiner Hirsch זצ״ל als Wortführer