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Nahalat tsevi · 1933-12-01 · Heft 3-4 (Dezember 1933) · p. Seite 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 3-4 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 57 (sequence 11)
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57 Forderung, ״Maasser" zu geben, in jüdischen Kreisen immer noch strenger eingehalten wird als in christlichen, was leicht zu beweisen wäre, wenn sich die Statistik nur einmal entschließen wollte, nicht bloß die Juden, sondern auch das von Juden Celeistete zu zählen! IV. Der Gegensatz zwischen antiker und christlicher Weltanschauung: darin haben wir in erster Linie den Einfluß des Judentums auf die Weltkultur zu sehen. Es wäre aber eine ungeschichtliche Vorstellung, wenn wir den Einfluß des Judentums auf die Weltkultur nur in dieser Herausarbeitung eines Gegensatzes zwischen antiker und christlicher Weltanschauung erblicken wollten. Denn das weltgeschichtliche Verdienst des Christentums besteht nicht bloß darin, die verderblichen Eiemente der antiken Kultur überwunden, sondern auch ihre guten Elemente in die Neuzeit hinübergerettet zu haben. Als zur Zeit der Völkerwanderung das damals noch wirklich barbarische, weil rohe und rauhe Germanentum mit seiner urwüchsigen Kraft das römische Weltreich berannte, da waren auch die wertvollen Bestandteile der alten Kultur in Gefahr, für alle Zeiten vernichtet zu werden. Ihr Retter und Beschützer wurde das Christentum, welches die Germanen in seine Lehre nahm, um sie durch reliaiöse Unterweisung für höhere Dinge empfänglich zu machen. Welche Mittel waren es aber, mit welchen das Christentum die Germanen kultiviert hat? Nun, wir brauchen uns nicht zu genieren, etwas zu behaupten, was die Gebildeten unter unseren christlichen Mitbürgern ohne weiteres zugeben werden: Die jüdische Bibel war das erste Buch, in welchem die Deutschen buchstabieren lernten, unsere alte, heilige Thora war's, aus der das deutsche Volk die Anfangsgründe seiner Kultur empfing. Lange bevor das Judentum daran dachte, sich dem Deutschtum zu assimilieren, hatte sich so das Deutschtum dem Judentum assimiliert. Ist das nicht eine historische Tatsache, auf die wir Juden heute stolz sein dürfen? Haben wir schon einmal gründlieh überdacht, was das heißt, daß unsere alte jüdische Bibel es ist, welche die Weltkultur auf eine neue Basis stellte, was das bedeutet, wenn z. B. seit vielen Jahrhunderten unsere jüdischen Psalmen es sind, die in allen christlichen Kirchen des Erdballs rezitiert und gesungen werden? — Ja, an den Worten eines jüdischen Sängers erheben und erbauen sich noch heute unsere

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