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Nahalat tsevi · 1933-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1933) · p. Seite 28

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 28 (sequence 30)
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felbft wenn fie offiziell zioniftifch waren, bedeutete Chaluziuth immer nur eine Form der Betätigung. Die typifche Entwicklung jedoch weift heute darauf hinaus, daß alle Gruppen, gezwungen durch die gegenwärtige Konftellation in Mitteleuropa, ihren Schwerpunkt nach א״י verlegen. Ob diefe Gewichtsverlagerung eine weitgehende Identifizierung mit dem zioniftifchen Programm bedeutet, wie man es häufig heute dargeftellt lieht, läfet fidi noch nicht überfehen. Aber es fcheint lieh - felbft in Paläftina - doch in manchen Gruppen eine Anfchauung zu regen, die den Zionismus nicht als die patentfähige Löfung der Judenfrage anlieht. Man betrachtet das Judentum denn doch als ein zu felbftändiges und eigengefetzliches Phänomen, als daß man mit einem feltfamen Gemifch aus nationaliftifchen Ambitionen, fozialiftifchen Theorien, ethifch fundiertem Liberalismus und romaniifcher Religiöfität feiner Wefensart gerecht werden und entfprechen könnte. III. Speziell für Deutfchland lä&t lieh über die innere Entwicklung der einzelnen Jugendbünde kaum etwas vorausfagen. In groben Zügen fleht nnr der äufeere Rahmen feft, in dem fie lieh bewegen werden. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach hat den ReichsausfchuB Jüdifcher Jugendverbände, in dem bis jetzt alle jüdifchen Jugendorganifationen verireten find, als ״alleinige verantwortliche Zentralorganifation der jüdifchen Jugend" anerkannt. Innerhalb diefes Reichsausfchuffes foll der bisherige Grundfatz, die berechtigte Eigenart der Bünde zu achten, auch weiterhin befolgt werden. Die Errichtung von vier Sparten ift in Ausfichi genommen, in die lieh alle Bünde je nach ihrer Struktur einzuordnen haben. Vorgefehen find die Gruppen der rein bündilchen Jugend, der Sportverbände, der Organifationen für Berufsumfchichtung und der religiöfen Jugendbünde. An der Spitze jeder einzelnen Sparte foll ein Führer flehen, der feinerfeits dem Reichsführer für die jüdifche Jugend unterfieht. Von befonderem Intereffe für die Orthodoxie ift das Übereinkommen, dafe eine thoratreue Perfönlichkeit als religiöfer Beirat dann dem Führerrat beigeordnet werden foll, wenn unter den Führern der vier Sparten keiner das traditionelle Judentum vertritt. Diefe Abmachung ift auch deshalb wichtig, weil der Begriff ״religiöfe Jugendbünde" derart kautfehukartig ift, dafe dort die Agudas-Jifiroel-Jugendorganifalion neben der Jüdifch-liberalen Jugend ihren Platz finden könnte.

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