Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1933)
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Belongs to
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is eingestellte Menschen, die hieran einen starken Anstoß nehmen. Hier scheinen uns die Gedankengänge Rabb. S. R. Hirsche die besten und verständnisvollsten von allen Erklärungen, die uns bekannt sind, zu sein. Eine solche heidnische Magd durfte man nur einem von Gericht wegen seines Diebstahls verkauften Knechte zum יחוד geben, nicht aber demjenigen, der sich selbst wegen Armut vermietete, diese Tatsache erleuchtet uns den Sachverhalt. Das unkündbare Arbeitsverhältnis ist für den Dieb eine Art Freiheitsstrafe, sie ist aber auch die einzige, die vom jüdischen Strafrecht diktiert wird. Und wie diktiert es sie? Sie wird mit vielen Kautelen umgeben, damit das moralische Selbstbewußtsein des Verbrechers nicht gebrochen werde, damit er sich trotz seiner Erniedrigung noch immer als Bruder geachtet und behandelt fühle, Liebe erwerben und Liebe geben könne. ״Die Verbindung mit seiner bisherigen Familie bleibt bestehen, und der Herr muß für sie sorgen. Freiheitsstrafen in Kerkermauem mit all den Verzweiflungen, mit den sittlichen Verschlechterungen, durch das Zusammensein mit anderen Verbrechern, mit all dem Jammer und Elend, die dadurch über das unschuldige Weib und die armen Kinder kommen, kennt das jüdische Strafrecht nicht. ״Wie ein zu bessernder Knabe wird der Verbrecher in einer Familie untergebracht, um im Kreise der ״freien“ Familie einen neuen Lebenswandel zu beginnen.“ Die einzige Erniedrigung, wodurch ihm seine sittliche Gesunkenheit zum Bewußtsein gebracht werden soll, ist die Restimmung, daß sein Herr ihm für die Zeit seines Dienstes eine heidnische Magd zur Frau geben kann. Diese sogenannte Ehe trägt nur einen rein physischen, nicht aber einen sittlichen Charakter, deun אין קדושין תופסין בה weil einem Juden eine solche Verbindung im Sinne einer vollgültigen, sittlichen Ehe verboten ist. ״Durch diese rein physische Verbindung wird ihm zum Bewußtsein gebracht, daß auch er durch sein Verbrechen in den Kreis bloß physischen Daseins zurückgetreten ist, wodurch er die sittliche Würde des jüdischen Menschen eingebüßt hat.“ Die Kinder bleiben bei der Mutter, weil in allen Fällen, wo keine vollgültige Ehe mit irgendeinem Juden eingegangen werden kann, die Kinder der Mutter gehören. קדושין סו, אה״ע ס״ח. Nur beim Verbrechen des Diebstahls wird diese Freiheits- und Erniedrigungsstrafe verhängt, weil es die direkteste Höhnung des Eigentumbegriffes ist. ״Mit dem Begriff des Eigentnms beginnt die Weltstellung des Menschen, und in