Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1933)
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 22 (sequence 24)
- Belongs to
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עבדות, in die sich kein Jude begeben darf, denn als ״freies“ und ״gleichberechtigtes“ Glied der jüdischen Volkskette soll jeder seinen jüdischen Lebensweg beschreiten. 111. Der jüdische Knecht durch Verkauf seitens des Gerichtes. Man konnte aber auch ein עבד durch Zwangsverkauf seitens des ב״ד werden. Wenn ein Dieb den Wert des gestohlenen Gegen- Standes nicht ersetzen konnte, wurde er für eine längere Zeit als Arbeiter vermietet, und der Lohn dem Bestohlenen zur Verfügung gestellt. Die Familie des עבד durfte aber darunter nicht leiden, sie mußte vom Arbeitgeber versorgt werden. Er konnte im Höchstfall auf 6 Jahre vermietet werden. Der ע״ע durch freiwilligen Selbstverkauf aber konnte sich auch darüber hinaus vermieten. Im nächsten יובל Jahr aber hörte ihre Dienstpflicht auf. Jeder jüdische Sklave und jede jüdische Sklavin mußte außerdem freigelassen werden, sobald dem Herrn von seinem Sklaven oder irgend einer anderen Seite der Arbeitswert des Sklaven bis zu der Zeit, da er ohnedies entlassen wäre, ausgezahlt wurde. Dieser Arbeitswert wurde an Hand des ursprünglichen Kaufpreises durch proportional genaue Anrechnung der abgelaufenen Dienstzeit berechnet. (גדעון כסף). Mit aller Schärfe warnt die תורה diesen עבד als Sklave im Sinne der nichtjüdischen Welt zu betrachten und zu behandein, 80ndernals ganz gewöhnlichen Arbeiter. כשכיר כתושב יהיה עמך עד שנת היובל יעבד~עמך (ויקרא כיה) Einige Sätze später folgt das Verbot, ihn mit Strenge zu beherrschen ״ לא תרדה בו בפרך, ויראת מאלקיךDu darfst ihn nicht mit Strenge beherrschen und fürchte Dich vor Deinem Gotte.“ Hierunter fällt das Verbot, den Knecht Arbeiten verrichten zu lassen, die nicht notwendig sind, sondern gegeben werden, nur damit er arbeiten soll, denn ״dies hat nur den Sinn, ihm sein Knechtsverhältnis fühlbar zu machen, seine Kräfte aufzureiben und sein Gemüt hart zu stimmen, Zwecke, die die Ägypter mit ihren פרך zu erreichen beabsichtigten.“ (S. R. Hirsch dortselbst.) Darum der streng mahnende Schluß ויראת מאלקיך Gott ist es, der das Recht fordert, und sich des Rechtes auch annimmt. Nun darf aber der Herr dem Knecht eine heidnische Magd zur Frau geben, damit sie von ihm Kinder erhalte. Frau und Kinder bleiben nach Ablauf des Arbeitsverhältnisses beim Herrn als sein Eigentum. Vielleicht nicht mit Unrecht empfindet man hier eine absurde Vergewaltigung des Knechtes, die mit der von der תורה wiederholt geforderten Gleichberechtigung und Gleichachtung im Gegensatz steht. Insbesondere sind es junge, kritisch