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Nahalat tsevi · 1933-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1933) · p. Seite 16

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
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16 A. Bedeutung der Arbeit. In den Sprüchen der Väter wird uns ein Ausspruch unserer Weisen überliefert, der uns ein rechtes Bild von der Einstellung des Judentums zur Arbeit zeigt: אהב את המלאכה ושנא את הרבנות "Liebe die Arbeit und hasse die Herrschaft“. Es heißt hier nicht, Du bist zur Arbeit verpflichtet, sondern liebe sie, nicht nur der Not gehorchend, wegen der Aussicht auf Lohn, sondern wegen der Arbeit selber! Folgerichtig führen unsere Weisen in אבות דד נתן aus, siehe wie hoch Gott die Arbeit schätzt, daß er am Anfang seiner תורה von seiner Arbeit, von der Schöpfung spricht וישבת ביום השביעי מכל מלאכתו אשר עשה Als der Mensch erschaffen wurde, da wurde auch er zur Arbeit bestimmt וינחהו בגן עדן לעבדה ולשמרה, für alle Zeiten hat er daher die sittliche Pflicht, diese Welt durch seine Arbeit weiter zu entwickeln אשר ברא אלקים לעשות Gott hat seine ״ בריאהSchöpfung“ vollendet, nun soll sie sich durch die עשיה die ״Arbeit“ des Menschen weiter entwickeln. Mit Recht bemerken daher unsere Weisen, daß der Mensch nur dann ein Recht auf Nutznießung der Erzeugnisse dieser Welt hat, wenn er durch seine Arbeit zu ihrer Erhaltung und Entwicklung beigetragen hat, denn erst nach dem לעבדה ולשמרה erhielt der erste Mensch das Recht, die Früchte des Gartens zu genießen מכל עץ הגן אכל תאכל. Während die nichtjüdische Umwelt verächtlich auf die Arbeit schaute und in ihr nur eine Aufgabe für Sklaven sah, die des freien und ganz besonders des gelehrten Mannes nicht würdig sei, haben unsere חכמים, beeinflußt von den hohen sittlichen und Sozialen Idealen der תורה, die Arbeit im engsten Sinne des Wortes hochgeachtet und sind uns auch mit bestem Beispiel vorangegangen. Die griechischen Philosophen haben durch ihre Verachtung der Arbeit den philosophischen Unterbau für die Zerklüftung und Zerfleischung der Menschheit geschaffen, sie haben sehr viel zur Bildung des Kastenwesens und des Klassenkampfes beigetragen, unsere חכמים aber, indem sie die Arbeit verehrten, haben die Gleichberechtigung aller Menschen, weil sie alle im gleichen צלם אלקים erschaffen wurden, dokumentiert. Wir finden sie in samtliehen Berufen tätig, sie werden uns als Tischler, Schlosser, Schuster, Schneider usw. geschildert. Die Form der Arbeit darf keine Rolle spielen, jede Möglichkeit auf redlichem Wege seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist auszunutzen. Im letzten פרק von פסחים belehrt רב seinen Schüler ״ :רב כהנאMißachte keine Arbeit, selbst wenn sie in den Augen der Menschen als schändlich erscheint.

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