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Nahalat tsevi · 1933-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1933) · p. Seite 14

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
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14 du“, läßt die dankbare Huldigung zu wenig hervortreten, wie umgekehrt: ״Gepriesen seist du“, die wörtliche Bedeutung des Segens unberücksichtigt läßt. ״Gesegnet seist du“ scheint daher in Ermangelung eines Besseren eine mittlere Linie zu bieten, die jedoch den passiven Charakter des göttlichen Gesegnet ־Werdens zu stark zum Ausdruck bringt. Daß aber ברוך das zur Dankhuldiguug sich steigernde feierliehe Bekenntnis zum göttlichen Segenspender bedeutet, wird vor allem aus der Stelle in Deut. 8, 1019־ erwiesen, wo im Anschluß an das Gebot des Segenspruches nach dem Essen der Inhalt des Segens und sein Zweck eingehend klargestellt wird. Hier wird immer wieder das Dankbekenntnis zu Gott als dem alleinigen Spender des Guten vorausgestellt. Dieselbe Zielsetzung lehrt die andere, aus I Chron. 29,10 stammende bekannte Stelle, die mit ויברך דוד beginnt und die ausführlichste Gottessegnung enthält. Besonders diese letzte Stelle läßt zugleich die beiden integrierenden Bestandteile der Berachoth erkennen, die im Talmud mit שם ומלכות bezeichnet werden, nämlich die göttliche Allmacht, als die Erzeugerin der Segensmacht und die göttliche Vorsehung als deren gerechte Spenderin. Auf diese zwei Bestandteile ist der Wechsel der Person innerhalb der Beracha zurückzuführen. Auf die Vorsehung, welche das Erdall ausfüllt, weist die zweite Person in der direkten Rede hin, während von der Schöpferall־ macht, die uns in ihrer Vor- und Überweltlichkeit ewig unfaßbar bleibt, nur in indirekter Rede gesprochen werden kann. Die al־ ten Quellen berichten übereinstimmend, daß für Inhalt und For־ mulierung der Segenssprüche die beiden an die Worte: וחסידיך יברכוכה anschließenden Verse des 145. Psalmes (כבוד מלכותך und להודיע) als Muster dienten, in denen wiederum das Dankbekenntnis den wesentlichen Inhalt darstellt (vgl. Akeda K. 74). Geleitet von der anderweitig gesicherten Erkenntnis, daß jede auf Erden vollbrachte sittliche Tat die göttliche Liebe zu neuen Wohltaten anrege, wT011en die meisten Erklärer den Wert der Berachoth sich darin vollenden sehen, daß Gott durch die Segnungen der Menschen כביכול bereichert wird (wie denn jeder Segen Förderung, Gedeihen und Zuwachs an Kraft bedeutet), indem er durch sie zu erneuter Ausströmung von wohltätigen Segensmächten angeregt wird. Unter diesem Aspekt gewinnt die citierte Talmudstelle Ber. 7a eine ganz andere erhabene Bedeutung, wie nicht minder die aus B. M. 114a hervorgehende Auffassung (ברכות צורך גבוה), die dem Sinne nach mit derjenigen in Jebam.

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