Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1933)
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Belongs to
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$ Schwert und Stab. Einen besonderen Reiz gewährt es, die Linien des Werdenden in dem Gewesenen zu ahnen. Wenn nun gar sich dabei auch die Spuren der Zukunft klar erkennen lassen, so erhöht sich das Innen leben zur Gewißheit des Trostes, als nie versiegende Kraftquelle Wie sehr wir einer solchen Quelle bedürfen, das auseinanderzusetzen, hieße Eulen nach Athen bringen. Umso glücklicher sollen wir sein, da auch hier unsere Thora uns stets neue Einblicke gewährt und also neue Wege weist. Denn wenn die Ahnen segneten, so erschlossen sie in ihrem Wort prophetisch geschichtliches Werden. Ihr Segen war und ist eine Verkündigung. Wie erfchaute Isaak Jakobs, wie Esaus Gefchichte? Was gab, was versagte er Jakob und seinen Enkeln? - Gar so groß fcheinen auf den ersten Blick die Unterschiede nicht zu sein, welche der Vater in seiner Segnung zwischen den beiden Söhnen machte.. Fast alles, was er Jakob gesagt hatte, wiederholte sich in seinem an Esau gerichteten Worte. Nur eines hat er absolut Esau vorbehalten, das על חרבך תחיה die Rolle des Schwertes in der Weltgeschichte. Und so wurde der Begriff Edom ganz losgelöst von Stammes- und Volksbeziehungen in späteren Jahrhunderten für die jüdifche Literatur die Beinhaliung des Machtfaktors in den Beziehungen der Völker zu einander. Esau erhielt das Schwert; als Jakob aber seinen Weg in die Welt antrat, durch die Pforte der Gefchichte ging, war erwehrlos und sein Zeichen war der Wanderstab; mit gleichem Stab war aber der Führer des Volkes versehen, als er die Enkel Jakobs aus Zoans Gefilden, aus einem Lande unbeschränktester Machtfülle in die Welt geleitete. Ob Jakob über den Jordan ging, ob Moses durch die Sohle des Schilfmeeres zog, der Stab war in seiner Hand. Von dieser Perspektive aus eröffnet sich ein klarer Blick auf den Gang Israels durch alle Zeiten sowohl, wie auch auf die tiefe Einsicht, die uns aus Prophetenwort und Aussprüchen unserer Weisen s. A. entgegenstrahlt. Das nämlich ist der wahre, der einzige Gegensatz, welcher sich durch alles Gefchehen zieht, der zwi- Sehen Schwert und Stab: Der Stab baut Kulturen auf, das Schwert zerstört sie. Des Schwertträgers Weg geht über Leichen, der Stab zaubert Leben. Das Schwert vernichtet Güter, der Stab Schafft sie. Als solche Menfchengruppe, welche diese Erkenntnis von dem Verzieht auf Gewalt und Schwert leben, verbreiten und lehren soll, hat der Allmächtige Israel in die Welt hinaus gesandt Das ist