Mannheim
Compact Memory

Nahalat tsevi · 1933-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1933) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2551369-2551397-2551399--1303-2552813
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 in herrlicher Verteidigung, in schmerzvoller Resignation in die Welt gerufen, münden sollte er in ארץ ישראל. Der innerste Sinn von תורה עם דרך ארץ, nur von Wenigen verstanden, nur von Einzelnen geahnt, war ihm stets: תורה עם דרך ארץ ישראל! — — Können wir auch heute noch zweifeln, daß dies der Weg ist, den Gott uns führt? Hat nicht längst auch schon das dritte Stadium des geweissagten Galuth begonnen, das uns, im Zeichen des Bundes Abraham, in die nationale Emanzipation hineinleitet? Der Weg, den wir gehen, zeigen nicht längst die Scheinwerfer der Geschichte, wo er, nach Gottes Willen, schließlich zu münden hat? Ist nicht dieses Zeitalter, bei allem ungeheuer Schweren, das es uns auferlegt, ja vielleicht gerade deshalb, das Zeitalter der Bestätigungen, da die Weissagungen der Schrift, Wort für Wort und Punkt für Punkt, sich langsam zu erfüllen beginnen? Zum Gottesstaat der Zukunft geht unser Weg. Gehen wir ihn bewußt! Haben wir, endlich, den Mut, uns und allen offen zu bekennen, daß soziale Emanzipation, Antisemitismus, Zionismus, Weltkrieg, Balfour-Deklaration, Nationalheim, Nationalsozialismus: daß all diese grandiosen Erscheinungen uns Wegzeichen Gottes sind, aufgepflanzt auf einem Wege, der uns, die Thora vornan, nach ארץ ישראל seit Jahrhunderten führt. Die ganze Glut unserer geweissagten Zukunft müssen wir in uns entfachen, um unsere Kinder, um unsere liberalen Brüder zu uns zu reißen. Zu Untertanen des kommenden Gottesstaates müssen wir unsere Kinder erziehen, für den kommenden Gottesstaat müssen wir unsere liberalen Brüder gewinnen. Für die Größe des kommenden Gottesstaats müssen wir auch unsere zionistischen Brüder entflammen, müssen ihnen durch Wort und Tat zeigen, daß nicht die Errichtung eines neuen — Balkanstaats in Palästina Sinn und Zweck unseres tausendjährigen Martyriums war, sondern die Errichtung des Gottesstaats, der nicht nur uns, sondern der ganzen leidenden Menschheit die Genesung bringen soll. Ist die agudistische Weltorganisation bereit, diese Aufgabe auf ihre Fahne zu schreiben? Schon einmal, unmittelbar nach dem Weltkrieg, richtete ich eine solche Frage an sie. Damals schwieg sie. Wird sie auch heute schweigen?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.