Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 360 (sequence 64)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2551369-2551370-2551377--1287-2552797- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
360 starke ׳Bedeutung! haben soll, weniger unter den Gesichts,־ punkten der;Judenfrage, als des Tierschutzes angesehen werden. Im 'Blick auf die erstere könnte man sogar versucht sein;zu fragen, ob nicht vielleicht ein Schacht gebot das zu {bekämpfende Judentum härter träfe, als ein! Schachtverbot. Denn für den deutschen Volkskörper ist das unheimlichere (Gift!und die schwerere Gefahr nicht derjenige Jude,!der lieber vegetarisch lebt, als daß er Ungeschachtetes oder Schweinernes äss'e, sondern der andere, der aufgeklärte, dem koscher und Schwein so gleichgültig ist wie Sabbath und BesChneidung. Ihm würde man die Maske ,seiner Assimilation herunterreißen, wenn man ihm verböte, Ungeschächtetes oder Schweinernes zu essen. Es (sollte auch nicht sein, daß ein Judenjunge, der am Sabbath picht zur Schule geht, darum: geschmäht oder gar gestraft wird. Eher sollte man dem Juden v e rbieten, am ßabbath in die Schule zu kommen oder am Sabbath sein Geschäft zu öffnen, wieder: um ihn zu zwingen, sich )als Jude zu erkennen zu gehen. Nicht dem an seiner ]ererbten Ueberzeugung und Sitte hängenden Juden gilt der Hauptangriff des deutschen Antisemitismus, sondern dem!Von dieser Form und Sitte gelösten, dem Entwurzelten.“ Charakteristisch ist die Art und Weise wie dieses Buch von verschiedenen Seiten rezensiert wurde, vor allem ist!hier die ״Neue Züricher Zeitung“ (Nr. 1192 vom 1. Juli) hervorzuheben, in welcher Prof. Ludwig Köhler, Zürich, Kittels Werk eingehend würdigt. Die Art dieser Würdidigung beweist, daß Köhler zu den wahrhaften חסידי אוניוח העולם gehört. Er sagt u. a.: ״Ja, die Judenfrage! Sie ist wahrlich' keine leichte Frage. Es ist zutreffend, daß der fromme Jude, der bei seiner Religion geblieben und ihr treu ist, zu den besten, gütigsten,;verläßlichsten und ehrenwertesten Menschen gehört, die es gibt. Es ׳ist auch zutreffend, daß der Jude der seiner Religion entwachsen ist, wenn er nicht aus Ueberzeugung .׳ein überzeugter Christ wurde, in Gefahr steht, ein entwurzelter Mensch' und deshalb zugänglich jeder Haltlosigkeit des Geschmackes, der Gesinnung, der Sittlichkeit, der Geschäftsgebarung zu werden. Es ist keine Frage, daß die ganze zenstörende, zersetzende, ver-