Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 359 (sequence 63)
- Belongs to
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359 Bücherschau. Gerhard Kittel: ״Die Judentrage", Verlag von W. Kohl» Kammer, Stuttgart 1933. Unter der Fülle der jetzt erschienenen Literatur über das Judenproblem ist Kittels Schrift von besonderem Interesse, Sie faßt die vier verschiedenen Lösungen der Judenfrage kurz folgendermaßen zusammen: 1״.) Man kann die Juden auszurotten versuchen (Pogrome), 2. ) man kann den jüdischen Staat in Palästina oder anderswo ‘wiederherstellen und dort die Juden der Welt zu sammeln versuchen (Zionismus), 3. ) man kann das Judentum in den anderen Völkern aufgehen lassen (Assimilation), 4. ) man kann entschlossen und bewußt die geschichtliche Gegebenheit einer ״Fremdlingschaft“ unter den Völkern wahren.“ Kittel untersucht jede dieser vier Möglichkeiten und lehnt die ersten drei ab, spricht sich für die vierte aus. Bei dieser Gelegenheit nimmt er aber Anlaß, sich mit!aller Entschiedenheit gegen das neologe Judentum zu wenden. Wir können uns nicht versagen, eine ׳der charakteristischsten Stellen hier wiederzugeben. Sie lautet: ״Jedoch sollte dem echten, frommen Juden, der sich als anständiger Gast führt, mit Achtung und Freiheit seines jüdischen Lebens, seiner Lebensformen und seiner Sitten begegnet werden,!soweit das irgend erträglich erscheint. Es kann (nicht Sinn unseres antisemitischen Kampfes sein, religiöse Formen!und Sitten, soweit sie niemanden sChädigen, verächtlich zu machen oder gar zu hindern. Denn vom vö 1 kischen Standpunkt aus ist ja gerade derjenige Jude,!der diese seine eigenen Formen und Sitten wahrt und achtet, ein viel besserer Gast als jener entwurzelte Jude, der sie nicht mehr kennt und vergessen lassen möchte, (das er je mit ihnen zu tun hatte. Deshalb sind Synagoge, Beschneidüng, Sabbath, Feste, Ritualfbrmen, wie falle echten religiösen Bekenntnisse, zu schützen. Die 'Frage des Schächtens, die nunmehr durch Reichsgesetz geregelt!ist, muß, wenn sie eine ernste Und