Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 338 (sequence 42)
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93S entfremdet? Kann sich die Orthodoxie auch' heute noch nicht entschließen, auf geschichtlichen Boden zu treten und sich zur Thora zu bekennen als geltendem Heiligen Recht unseres Volks, dessen Absolutherrschaft sich der letzte Judenverband nicht entziehen darf, sich zu unserem Heiligen Lande zu bekennen, auf dessen Boden allein unserem Heiligen Recht die Fülle des Lebens zugeführt werden kann, sich zu unserem Heiligen Volk zu bekennen, das unserem Heiligen Recht in unserem Heiligen Lande die Stätte zu gründen verpflichtet ist? Sieht sie denn nicht, daß der Lenker der Zeiten, der uns den Zionismus gesandt hat und ihm durch den Weltkrieg zu unerhörtem Erfolg verhalt, daß der Lenker der Zeiten, der den Nationalsozialismus gesandt hat und durch ihn die Juden der Diaspora förmlich in ihre eigene Geschichte treibt, von uns, den Gott treuen Söhnen unserer Gott treuen Väter, die Schaffung eines Thorazentrums in unserem Heiligen Lande als ragendes Symbol für die ganze Diaspora, als Achtung gebietende und Achtung auch der Gegner erzwingende Kulturleistung gebieterisch fordert? Düster und verworren ist das Zukünftsschicksal der jüdisehen Einzelnen Deutschlands. Die positive und werktätige Hilfe aller Juden wird erforderlich sein, es freundlicher zu gestalten. Gott möge ihnen allen beistehen, sie die rechten Entschlüsse fassen lassen und sie die rechten Wege führen. Wohin sie auch, der Wanderstab bringt, sei ihnen jüdische Bruderliebe sicher. Höher aber, als die Sorge um die Einzelnen, steht die Sorge um die Gesamtheit. Die Sorge um die Gesamtheit schließt die Sorge um die Einzelnen in sich. Das Volk der Thora darf nicht länger in geschichtlicher Untätigkeit verharren. Das Volk der Thora (muß den Völkern der Erde sein wahres Wesen offenbaren. In unserem Heiligen Lande muß es ein Kulturzentrum der herrschenden Thora errichten, das in seiner Hoheit, in seiner erhabenen Eigenart alle gegen Gottes Volk gerichteten Vorwürfe zum Verstummen bringt. Läßt der Schuß, der auf Heiligem Boden Leben mordete, nicht alle jüdischen Herzen erbeben? Dürfen wir länger;warten? Gott ruft uns. Seien wir.— endlich — bereit. IV. Eine ungeheuere Aufgabe harrt gerade der thoratreuen deutschen Juden im Heiligen Lande. Von Rabbiner Hirsch er-