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Nahalat tsevi · 1933-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1933) · p. Seite 335

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 10-11 (Juli 1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 335 (sequence 39)
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335 zialismus dessen ganz erfüllt war, verhalf ihm zu Sieg und Macht. Der totale Staat duldet Philister nicht mehr. Ganz und gar nimmt er den Einzelnen wie die Gesellschaft für sich in Anspruch. Er erzieht sie, er zwingt sie 2!ur Geschichte. Der totale Staat errichtet die Parteien, um aller Menschen unmittelbar habhaft zu werden. Er entfernt die Parlamente, weil er sich nicht Einrichtungen oder einen Teil der Menschen, sondern weil er sich allen Menschen des Staats, und nur ihnen selber, verantwortlich weiß. Diese Menschien aber sind ihm wesenhaft rassentümlich charakterisiert. Der totale Staat begehrt den totalen Menschen, den Menschen also, der wirklich restlos in ihm aufzugehen vermag. Das aber kann nur der — Arier. Und so ist im totalen Satat nationalsozialistischer Struktur für den deutschen Juden kein Raum. — II. Vor vielen Jahren hatte ich es bereits ausgesprochen, daß Juden und Philister unüberbrückbare Gegensätze seien. Die Erwartung, die ich mit dem Weltkrieg verbunden hatte, er werde die deutschen Juden, im besonderen die orthodoxen deutschen Juden, nachhaltig und endgültig zu geschichtlichem Leben wachrütteln, hat sich nicht erfüllt. Arier und Nichtarier wetteiferten nach dem Krieg, Philisters Paradies zurückzugewinnen. Der totale Staat trifft Deutschlands Juden ohne seeiische Bereitschaft. Er schließt sie aus deutscher Geschichte aus, ohne daß sie in jüdischer Geschichte Wurzel gefaßt haben. Das ,ist die seelische Tragödie der deutschen Juden. Wieder einmal hat sie das Schicksal ״zwischen den Grenzen“ ereilt. — Mit imponierender Folgerichtigkeit, wie sie nur eine zu Ende gedachte Ideologie ermöglicht und erfordert, baut sich gegenwärtig in Deutschland der auf dem Glauben an die deutsche Rasse gegründete totale Staat auf. Gegen diese Ideologie selber kehrt sich somit jede Bestrebung des Auslandes, das Schicksal der Juden auf deutschem Boden in andere Bahnen zu lenken. Hierin liegt zugleich die Erkenntnis der vollendeten Aussichtslosigkeit dieser Bestrebung. Wenn schon im Inland selber eine Ideologie nur mit geistigen Mitteln überwindbar ist,!so erkennt die Erfahrung keinen Vorgang, daß es dem Ausland je gelungen wäre, eine zur Herrschaft gelangte Ideologie durch äußeren Zwang zu bringen. Umgekehrt sind die

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