Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 323 (sequence 27)
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323 muß, wird vom Priester, der .das Kind auf den Armen trägt, gefragt: ״Was willst du lieber, diesen deinen erstgeborenen Sohn oder die fünf Szela, die du verpflichtet bist, für seine Auslösung zu zahlen?“ Würde der Vater antworten, die fünf Szela will ich lieber behalten, sö hätte diese Antwort keine praktische Bedeutung. Er muß das Kind auslösen. Die Frage, die in Wirklichkeit keine Wahl offen läßt, erfolgt, um die Aeußerung des freien Wollens aus dem Munde des Vaters herauszuholen. ״Meinen erstgeborenen Sohn will ich lieber....“, diese Worte soll man ihm zu äußern Gelegenheit geben. Noch ein Beispiel aus dem jüdischen öffentlichen Recht. Als Saul von Gott zum König bestimmt war, wurde das Volk aufgerufen, ihn zu wählen. Wozu noch eine!Wahl nach einer vorangegangenen Bestimmung? Um die Pflicht der Einsetz u n g des Königs in eine FreiheitderWahl umzuwandein. Nicht im Widerspruch gegen das göttliche Gebot äußert sich die Freiheit, sondern in der Aufnahme dieses ״Jochs“ in den eigenen Willen. , Die Beachtung der göttlichen Gesetze, die Gottesdienerschaft, ist kein Mangel an Freiheit. Als Gottesdiener bekundete auch der erste Mensch seine Freihit in der Befolgung der noachidischen Gebote. Freiheit in bezug auf diese Gesetze zu bekunden, mag nicht als große Leistung zu bewerten sein. Eine besondere Leistung liegt erst da. vor, wo eigenes Seins-Gesetz mit dem Gebot nicht verknüpft erscheint. Eine solche Leistung zu vollbringen wurde dem Menschen durch das Verbot gegeben, vom Baum der Erkenntnis zu essen. Hier versagte seine Freiheit. Hier ließ er sich von der Stimme betören, die ihm zurief, du bist frei, wenn du nach eigenem Willen handelst. Er identifizierte sich mit dieser Stimme. Er bedachte nicht, daß diese Stimme nur geschaffen war, um ihn zu prüfen, um seine wahre Freiheit zur .höchsten Leistung zu bringen. So wie dieser Geist des Ungehorsams in der Welt einen irdischen Träger gefunden hatte, so reizte es den Menschen auch seinerseits, Träger dieses Geistes zu werden. Er konnte nun auch einmal etwas Neues tun. Er konnte eine innige Durchdringung dieses Geistes mit seinem!Körper herbeiführen, wenn er durch eine Tat, AsSiah, diesem Geist, Jezer, eine Betätigung ermöglichte. Seine Seele, die bisher alleinige Gestalterin und Leiterin seines Lebens war, die auch in ihrer J’zirah-Form, als Jezer-tauw, sein Sein und sein Tun lenkte,