Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 320 (sequence 24)
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32Ö dem Gedanken der Schöpfung■ der Welt mit Hilfe der Thora nichts Befremdliches finden. Die Gesetze der Thora, wenn wir zunächst nur von ihnen sprechen wollen, sind in der Form, wie sie uns offenbart sind, für unsere heutige menschliche AnsChauung zwar von anderer Art als die Gesetze der Welt, in der wir leben. Aber sie sind in ihrem! Ur-Sein nicht weltverschieden voneinander, daß keine Beziehung zueinander gedacht werden könnte. Es ist so zu denken, daß die Gesetze der Thora den Inhalt der Befehle darstellen, 31e der Weltseele gegeben wurden. Die Thora ist die unendliche Macht, welche die Um- Wandlung der Weltseele in die irdische Welt bewirken soll. Sie ist das Gesetz, nach dem sich diese Umwandlung vollziehen soll. Mit ihr werden die «Welten geschaffen. Die Welten tragen also ihr Gesetz in sich. Der Mensch, der ein Stück (eine Challoh, sagen unsere Weisen)14) dieser Welten ist, trägt also׳ auch der Thora Gesetz in sich. Alle Schichten der Seele tragen gesetzgebende Funktionen für das Leben in sich. Welch reine ־Idealgestalten waren diese erste Welt und dieser erste Mensch! Nach dem Gesetz, nach dem sie ihr Leben angetreten hätten, dahinzuleben, war ihre Aufgabe. Dann lebten sie nach der Thora, durch die Thora. Man könnte vielleicht geneigt sein, den Ausspruch von der Schöpfung der Welt mit Hilfe der Thora in einfacherer Weise aufzufassen. Man könnte die Thora vielleicht nur als begleitenden Umstand bei der Weltschöpfung ansehen, als Gesetze, die der Schöpfer sich selbst, bezw. der Weltseele bei der Schöpfung innezuhalten vorschrieb, als Gesetze aber, die neben den eigentlichen Schöpfungsgesetzen einherlaufen. Wenn Gott z. B. bei der Schöpfung der Bäume die Vorschrift machte, daß sie ״nach ihrer Artrt entstehen sollten, so erfüllte er hier ein Gesetz der Thora.15) Er richtet sich bei der Weltschöpfung schon nach den Gesetzen der ׳Thora. Wenn man nun diesen Gedanken weiter verfolgt, so muß man doch wieder zu der vorher dargelegten Auffassung zurückkommen, daß die Gesetze der Natur Gesetze sind, die mit Hilfe der Thora erzeugt sind. Denn schließlich gehört ja die Pflicht, Neues zu schaffen — und das bedeutet bei Gott, eine Schöpfung hervorzurufen — zu den Gesetzen der Thora: (16ששת ימים תעבד ועשית כל מלאכתך ״Sechs Tage sollst du arbeiten und dein ganzes Werk verrich- ״) Ber. 1ab. 14,1. “) III. B. M. 19,19. >•) II. B. M. 20,9.