Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 317 (sequence 21)
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317 körperlicher Form frei sind, da ja die körperliche Form des Seins nur ,eine, die letzte Stufe in der Entwicklung des Schöpfungsporzesses bedeutet. Der Zusammenhang der Engel-Lehre mit der Schöpfungstheorie geht sogar so weit, daß entsprechend den!Stufen der Schöpfungsakte B’rioh, J’ziroh und Assioh die Engelgruppen Seraphim, Chajoth und Ophanim unterschieden werden. ‘Man versteht ferner diejenigen Wunder als auf der Linie des Schöpfungsprozesses liegend, die eine Belebung der Natur (פי הבאר, פי הארץ), Höherenentwicklung eines Lebenswesens (פי האתון), Schöpfung eines neuen körperlichen Stoffs (מן) bewirken, sowie solche, die den Engeln vorübergehend körperliche Gestalt geben. Nun bleibt zunächst noch die Frage nach dem Abschluß der Schöpfung zu klären. Nach allem obigen: ergibt sich, daß der Abschluß der Schöpfung darin bestand, daß keine neue Stufe der Umwandlung des Seins mehr wirklich werden solle, daß also die Hervorbringung neuer Formen beendet sein solle, nicht aber darin, daß die Wesen zwischen Gott und der Körperwelt vernichtet werden. Es erfolgt nur ein innigerer Zusammenschluß der Seinswerte. Strahlung und Materie z. B. durchdringt!sich nach jetzt erst gegebenem Gesetz (הקשת). So wird die Welt zu einer Einheit zusammengefaßt (ויכלו: ואשתכללו zu ת*א) Unsere Naturgesetze werden eingesetz. Auch zwisehen Engeln und der körperlichen Welt werden Beziehungen geknüpft, die als regelmäßige!Gesetze auftreten. Das ist für die!übliche Denkweise nicht so leicht zu begreifen. Dieser Umstand führt uns Inun zu der eingangs gestellten Frage zurück, wie es mit unserer heutigen Naturauffassuing zu vereinbaren sei, Gott als täglichen Erneuerer des Schöpfungswerks zu betrachten. Indem der Abschluß der Schöpfung die Lebensmächte zwisehen Gott und der Welt weiter bestehen läßt, so ist damit gesagt, daß diese Mächte ihrem Gesetze nach weiterleben. Diese Schöpfungsaufgabe ,wird nurt in der Regel nicht weiter gestellt. Aber ,die lebendige Beziehung zu den andern Sphären aufrecht zu ,erhalten, das ist die Aufgabe, die nach Abschluß der Schöpfung verbleibt. In dieser Aufrechterhaltung einer lebendigen Beziehung liegt aber eine sich stets erneuernde Aufgabe. Vom Menschen her ist es uns geläufig, daß jeder sich noch so häufig wiederholende Akt als ein n e u e r Akt aufgefaßt wird. Es liegt im Wesen des Lebendigen, daß jede Tat etwas Neues darstellt. Wenden wir dies auf jene lebendige Welt zwischen