Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 314 (sequence 18)
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Um ,!solche Erkenntnisse handelt!es sich1 aber beim1 Bericht von der Schöpfung. Denn die Schöpfung ging der Existenz des Mensehen und daher der Möglichkeit des Begreifens durch ihn voraus. Der Bericht über sie ■will also als ein Bericht über einen ״an |sich“ verlaufenden Vorgang verstanden werden. Die!Worte, die bei ihrem Bericht gebraucht werden, können nicht als ״Begriffe“ im obigen Sinn gewertet werden. Sie können für uns nur Geschöpfe darstellen, wie sie in ihrer heutigen Erscheinung nicht vorgestellt zu werden brauchen. Daß für diese Geschöpfe dieselben Worte verwendet werden wie für uns heute übliche ״Begriffe“, liegt daran, daß hier ein und dasselbe nur von verschiedenem Standpunkt aus betrachtet wird, einmal vom Standpunkt des Schöpfers aus, einmal vom Standpunkt des Menschen. Die Worte sind dieselben, aber ihr Sein ist ein anderes. (Schließt ja die menschliche Sprache, die selbst ein Schöpfungsprodukt ist, die Doppelseitigkeit in sich, Geschöpf Gottes und menschliche Leistung zu sein. Auf Grund dessen, daß sie unmittelbar Gottes Geschöpf und zugleich Produkt eines Geschöpfes, nämlich des Menschen ist, ist ja eine innere Einheit zwischen Gottes Sprache und 'des Menschen Sprache zu erwarten. Nur ihre Wesenheit ist verschieden, ob sie aus Gottes ״Mund“ oder aus des Menschen Mund hervorgeht.) — Selbst der Zustand des Menschen vor Abschluß der Schöpfung trägt andere Merkmale als nach Beendigung der gesamten Schöpfung. Die Worte, die ihn und sein Leben bezeichnen, werden also auch in anderer Weise erfaßt werden müssen, als wie sie heute vorgestellt werden. Noch eine weitere Ueberlegung wird uns vor einem Mißverständnis jener Schöpfungsvorgänge “bewahren. Wir pflegen unsere Welt einzuteilen in eine Welt des Seins und eine Welt des Sollens. Die Gesetze der einen erscheinen uns wesensverschieden von denen der andern. Es ist zwar unsere Aufgabe, die beiden Welten in uns zur gegenseifigen Durchdringung zu bringen. Das tut ihrer ursprünglichen Unterschiedlichkeit aber keinen Abbruch. Vor allem pflegen wir die Gesetze des Sollens nur auf den Menschen anzuwenden, halten ihre Anwendbarkeit nur auf den freien Menschen für möglich. Demgegenüber ist hier zu betonen, daß während der Schöpfung für die Gestaltung der Natur zunächst Gesetze des Sollens gegeben werden. Diese Sollens-Gesetze bringen in ihrer Ausführung Gesetze zustande, die uns nach *Beendigung