Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 313 (sequence 17)
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513 heutige Formung sie uns darbietet. Die Schöpfung war ja noch nicht beendet, die Loslösung vom Schöpfer war noch nicht erfolgt. Das gewaltige Schaffen, das Entstehen aus dem unendlieben Lebensquell ist noch im Gange. Das Wunder aller Wunder geschieht. Dies Werden kann nicht mit dem Dasein gleichgesetzt werden. Wenn es aber so anders ist wie unser heutiges Geschehen, wie kann es sich da überhaupt zu einer Betrachtung eignen? Haben wir einen Weg, um an die Geheimnisse dieses Geschehens heranzukommen? Ist es nicht für unsere Erkenntnis völlig verschlossen? Ja und nein. Wenn wir die Gesetzmäßigkeit unserer Natur anwenden wollen auf ihr Werden während der Schöpfung, dann allerdings gelangen wir zu keiner Erkenntnis dieses Schöpfungswunders. Denn die 1Gesetze unserer Natur sind von den Menschen so formuliert, daß sie in sich geschlossene Beziehungen darstellen, daß ihnen also das wesentliche Merkmal des Schöpfungsvorgangs, die Beziehung auf eine äußere, sie erst erzeugende Macht fehlt. Wenn wir uns aber von der üblichen Betrachtungsweise der Natur freimachen und unser;Denken!einer anderen Betrachtungsweise öffnen, dann können wir allerdings eine geistige Beziehung zu diesem Schöpfungsgeschehen gewinnen. Nun erhebt sich die Frage, wo wir die andere Schau hernehmen, und was uns die Gewähr bietet, mit ihr richtig zu schauen. Darauf ist zunächst zu antworten, daß wir diese Schau gewinnen können, wenn wir uns auf den grundlegenden Unterschied besinnen, der zwisehen einer Weltanschauung besteht, die einen Schöpfer vor aussetzt, und derjenigen, welche die Welt als Entwicklungs- Produkt ursprünglich toter Materie betrachtet. Diese beiden Weltanschauungen spiegeln sich in der Betrachtung der Welt wieder. Das äußert sich sowohl bei der Betrachtung der Geschöpfe als auch bei der Betrachtung der Vorgänge, während der Schöpfung bezw. Entwicklung. Was die Betrachtung der Geschöpfe angeht, so ist folgendes festzustellen: Unsere Erkenntnis erfolgt mit Hilfe von Begriffen. Das Wort ,״Begriff“ bezeichnet die Art, wie der Mensch ״begreift“. Es bezeichnet also nur die Seite eines1 Erkenntnisobjekts, die in den menschlichen Geist eingeht. Wie es an und für sich ist, d.h. sein Wesen, kann vom׳ menschlichen Geist nicht festgestellt werden. Diese Erkenntnis muß ihm von einem höheren Geist, der das Wesen der Geschöpfe kennt, Offenbart werden.