Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 310 (sequence 14)
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310 komplexe, welche die faktische Aufhebung der Emanzipation in dem Juden erzeugt, können überwunden werden durch' die Erkenntnis der Größe der geschichtlichen Aufgabe, zu welcher diese Aufhebung der Auftakt ist. Wollen die Menschen der Welt der Erfüllung ihrer irdischen Interessen dadurch näherkommen, daß sie ihre Gemeinschaftsgruppe nach anderen Gesichtspunkten als bisher gestalten, so wird sich auch ihnen, und zwar noch vor dem Ende der Tage, die Erkenntnis aufzwingen, daß das höchste Glück, vielleicht das!einzige, nur in der Gemeinschaft liegt, welche wenigstens den Keim für die Möglichkeit in sich schließt, eines Tages alle Menschen zu umfassen, und dann wird heiliges Lachen die Welt!erfüllen. P. K. Unser Weg zu Gott. Von Studienrat Max Munk in Frankfurt a. M. I. Die jüdische Weltanschauung wurzelt im Bekenntnis zu Gott. Der Psalmist formuliert dies Bekenntnis mit den Worten:1) ״ שויתי ה׳ לנגדי תמירIch habe Gott mir stets gegenüber gestellt.“ Das heißt: Welt und Leben werden stets in ihrer Beziehung zu Gott betrachtet. Schon die תורה lehrt uns, mit dem Beginn jedes Tages und jeder Nacht diesen Gedanken immer wieder zu lebendiger Macht in uns werden zu lassen.2) Gott als König, d. h. als einzigen Herrn anzuerkennen, ist nach dem Schulchan Aruch3) der Sinn der uns geläufigen Pflicht, morgens und abends das Bekenntnis שמע ישראל וגו׳ auszusprechen. So geläufig uns die wörtliche Erfüllung dieser Pflicht nun auch ist, ihre lebendige Auswirkung im Denken und Tun ist leider häufig nicht zu beobachetn. Man betrachte nur das Leben selbst orthodoxer Kreise, ihre Betätigung im Wirtschaftsleben, ihre Anteilnahme an den künstlerischen Darbietungen der Zeit, ihr Sicheinleben in die modernen Geistesströmungen. Wie wenige gibt es, die sich stets von dem Gedanken leiten lassen: Handle ich nach dem Willen Gottes? Wird die Frage überhaupt nur in den Kreis des Denkens gezogen? Ja, das Gottes- Bewußtsein fehlt vielfach selbst bei der Erfüllung der Miz- ’) v, 6, 7, •) 16, 8. ,א״ח ם׳ ם*א ס״ק ו׳ ף