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Nahalat tsevi · 1933-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1933) · p. Seite 309

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 10-11 (Juli 1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 309 (sequence 13)
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309 liehen im ׳Menschenkreise berechnet, er kann die Menschen gehen lassen, (die letzte Summe ihrer Erfahrungen bereitet die endliche Erkenntnis vor, daß Unsittlichkeit und Unrecht nicht der Weg zum Gesamtheil ist, und אדני ילעג למר (seine Offenbarung, deren Träger Israel und David sind, seine Offenbarung,!deren Träger Israel und David sind, spottet aller Versuche, sie aus dem Bewußtsein der Mensehen zu tilgen.“ Es muß uns also gelingen, mit einigem Erfolge dem geschichtlichen Sinn der Jetztzeit nachzuspüren. Die Pflicht des Juden, den jeweiligen Verhältnissen sich so einzufügen, daß die Treue gegen Gott stets das Primat beansprucht, hat des öfteren schon die Methode der heroischen Form angenommen, und zwar 150, daß sie in Preisgabe des Lebens und Lebensraumes, im Martyrium endete. Zweifelsohne ist dieser Charakter des Martyriums wieder in Aktion getreten. Was aber, so fragt man, ist der Sinn des Martyriums überhaupt, und zwar nicht etwa für den einzelnen Menschen, sondern für das geschichtliche Werden? Die Antwort auf diese Frage berührt sich mit der geschichtlichen!Bedeutung des Judentums überhaupt. Verschiedentlich abgestuft, verschiedentlich gestalte! ist das Kulturideal der Menschheit. Wir steh'en nach dem Abschluß einer ziemlich verhängnisvollen Periode, in welcher das materialistisclie Kulturideal vorherrschend war, das zunächst versucht hatte, Gott aus der Welt zu eliminieren, aber darin gipfelte, daß die einzelne Persönlichkeit wertlos geworden war und nur noch die Masse die Macht, die Wucht, Gestaltung beanspruchen konnte. Hierbei darf nicht übersehen werden, daß auch neue Kulturideale sich sehr oft der Methoden überwundener Ideale ,bedienen. Aber es ist die Aufgabe des Judentums, in jedem Auf und Ab dieser Kulturwelle den Nachweis zu erbringen, daß die Blüte jeder Kultur, wenn sie lebensfähig und am Leben bleiben will, die Religion sein muß. Oft gab es Epochien, in denen die Menschheit hiervon sich nur dadurch überzeugen ließ, daß die Vorkämpfer des religiösen Gedankens zum Martyrium (sich bereitfinden ließen. Und Märtyrer, ehrliche, wahre Märtyrer, (das sollte man nicht vergessen, beschritten allezeit lächelnd den Scheiterhaufen. Religion bedeutet deshalb Freude am Leben, weil sie dem Leben den Stempel der Größe aufdrückt und zur Erkenntnis seines überirdisch großen Sinnes zwingt. Um modern zu sprechen: all die Minderheitsbewußtseins-

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