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Nahalat tsevi · 1933-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1933) · p. Seite 308

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 10-11 (Juli 1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 308 (sequence 12)
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308 viele!gibt es, die, :umbergeschleudert und verwirrt durch die Erfahrungen der jüngsten Monate, nach’ einem guten Worte dürsten, an einer großen Seele sich aufrichten wollen und sogar nach idem Sinn des Lebens der einzelnen Juden sowie auch der jüdischen Gesamtheit bange Frage stellen. Wenn die thoragläubigen Menschen jetzt mit der Antwort zögern oder gar die Antwort versagen, so haben sie ihre Pflicht nicht erfüllt. Jetzt muß es sich zeigen, ■ob das köstliche Erbe leidvoller Vergangenheit, (das Gottvertrauen, stark genug ist, um in ganz klarem Bewußtsein der Tatsache, daß wir unter Tränen säen, dennoch, verwünscht, verjagt, zertreten, zertrümmert die Kunst des Segnens nicht zu verlernen. Unendlicher Segen wäre es, wenn man wieder einmal das Geheimnis des heiligen Lachens predigen und bewähren würde. Wir wollen gar nicht in einer Art Flagellantentums lediglich von Sünde und Buße sprechen, wir wollen vielmehr dieser Periode der jüdischen Geschichte den Stempel [der Größe aufdrücken. Wir wollen diejenigen, die niC its sehen als in den Trümmern des Heiligtums wühlende Schakale, die Wiederaufrichtung dieses Heiligtums erleben lassen. Wir müssen dies tun. Der Wege gibt!es viele. — Wir möchten eine Anekdote erzählen. Als im Jahre 1917 die Balfour-Deklaration die jüdische Welt dtirchzitterte, da trat in Praga, der Vorstadt von Warschau, ein!schlichter Jude vor die Thorarolle und gelobte M. 500.— für die Wiedererrichtung des Tempels. Was aus dem Gelöbnis und dem Gelde geworden ist, wissen wir nicht, Aber daß darin etwas Großes lag, wird niemand bestreiten. Ahnen wir diese Größe nach. Geben wir dem Sinn des jüdischen Lebens die Deutung, daß wir in jedem Lachen und in jeder Träne eine Erwartung für diese Stunde erblicken. Vergessen wir des Träumens nicht. Und das soll ein Wort für diese Stunde sein? So hören wir fast alle Leser fragen. Wir werden aber vielleicht diese leicht dazu bewegen können, ,unseren Gedankengängen nachzugehen, wenn wir sie veranlassen könnten, sich einmal in das allerbeiligste Lachen hineinzufühlen, welches der Psalmist (2,4) von der ewigen Vorsehung berichtet. Der Vers heißt: ״Er, der int Himuiel thronet:, lächelt, mein Gott spottet ihrer.“ Hierzu bemerkt Rabbiner Hirsch im Kommentar: ״Seine Weltordnung ist für den endlichen Sieg des Sitt-

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