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Nahalat tsevi · 1933-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1933) · p. Seite 307

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 10-11 (Juli 1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 307 (sequence 11)
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307 denn es darf nicht übersehen werden, daß Töne der Heiterkeit durch beide Psalmen siegesbewußt ziehen. Selbst die ververspotteten, verstoßenen, verstümmelten Harfenspieler an den Gewässern Babylons verzweifeln nicht. Sie träumen von einstigen freudigen Tagen und geloben, selbst im Glück des Behagens, Jerusalems nickt zu vergessen. Andererseits singt man am Sabbath in der Gewißheit der Erlösung und im gewissen Sinne die Tatsache schon vorausnehmend doch unendlich klar davon, daß die Saat für diese Stunde alle Zeit unter Tränen in die Erde gelegt werden muß. Dies alles mochte sich wohl in der Seele des großen Rabbi Akiba abspielen, als er, wie bekannt, einst Schakale auf dem heiligen Tempelplatze sich tummeln sah und in fröhliches Lachen ausbrach. Er ermahnte seine Genossen doch daran zu denken, daß derselbe Mund, der die Sicherheit der Erlösung gegeben habe, auch dieses Spiel der Schakale deutlich gezeichnet hätte. Im disharmonischen Bellen dieser kleinen Zerstörer erschloß sich ihm die große Symphonie der einstigen Freude, und er begann zu lachen, ein liejüiges Lachen. Aufgabe der gläubigen Menschen in Judas Mitte ist heute mehr denn je, ihren Zeitgenossen das Geheimnis dieses Lachens zu eröffnen. Steht doch diese Grundstimmung der Fröhlichkeit und-kindlich reinen Heiterkeit fast an der Spitze unserer ganzen Geschichte, und vielleicht gelang es Jizchok gerade durch den Zauber des in seinem Namen ,beschlossenen Lachens, selbst einen so wesensfremden Menschen, wie es Esau Vater und Mutter gegenüber war, schließlich und endlich doch in die Zelte Jakobs reumütig zu zwingen. Viel Trauer kam in der Omerzeit über die Zelte Israels. Wenn in den ״Drei Wochen“ unser ganzes Fühlen und Denken in die Enge der Erinnerung eingeschlossen' ist, welche uns das zerstörte Jerusalem, den verwüsteten Tempel zeigen, so mag man doch daran denken, daß selbst die niederdrückende Reihe der Klagelieder sich in frohe Melodie und heiliges Lachen löst. — Mehr hätten wir eigentlich unseren Zeitgenossen nicht zu sagen. Wir möchten nur feststellen, daß wieder einmal für die Thoratreue der große Augenblick der Bewährung gekommen ist. Wir lassen ununtersucht, ob wirklich viele abgefallene Brüder jetzt von der Sehnsucht nach Rückkehr zu Gott und seinem Worte durchglüht sind. Spuren sind bemerkbar, der große Auftakt fehlt, fehlt immer noch. Aber viele, unzählig

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