Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 306 (sequence 10)
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306 weint alles,!unterschiedlos alles. O, wenn wir alle verstanden hätten, mit Jirmeja auch' am Galuth tag zu;weinen, wer weiß, ob uns (diese herbe, leidvolle Galuth nacht nicht erspart geblieben wäre! — O, möchten doch alle unsere Bruder, die sich' mit uns in dem innigen Mitgefühl für das herbe Los der Verfolgten und Entrechteten;verbunden fühlen, auch einmütig sich mit uns zusammenschließen, um sich' jen,e köstlichen Lebensgüter wiederzuerringen, deren Verlust vor allem die Trauer der drei Wochen und die Klage des Tischb beaw gilt. — Uns aber, meine Brüder und Schwestern, denen Galuthtage beschieden sind, mögen diese ernsten Tage die große Frage vor unser Gewissen stellen: was können •wir tun, haben wir auch alles getan, um das traurige Galuth Schechina, das Galuth der Thora zu beenden! ירמי׳ בוכה ביום Wer von Jirmeja sich führen läßt, wen der heilige Ernst jüdischer Lebensaufgabe erfüllt, den werden Galuth tage nicht über den Jammer und die Schmach hinwegtäuschen, die die Tatsache, daß Gottes Schechina in finsterer Galuthnacht weilt, für unser jüdisches Bewußtsein bedeutet. — Solches jüdisches Bewußtsein laßt uns stärken, für solches jüdisches Bewußtsein laßt uns unsere Kinder erziehen, daß sie mit uns ihr Leben der großen Aufgabe weihen: Gottes Schechina wieder Heimstätte auf Erden zu bereiten. — Ist aber!erst dem (traurigen Galuth Schechina ein Ende bereitet, dann kehrt sich Gott in unendlichem Erbarmen den Gefangenen Zions zu, um sein Jakobsvolk aus tränenvollem Galuthleid einer glücklichen, freudvollen Zukunft entgegenzuführen: בשוב ה' שבות עמו יגל יעקב ישמח ישראל. Das heilige Lachen. In die Behaglichkeit der Minute nach genossenem Mahle tritt scharf und kantig das Bild des zerstörten Tempels, an den Tagen (des Werkes in den dumpfen Accorden des Psalms 137, am Sabbath und Feiertag in der süßen Erlösungshiyrnne des Psalms 126. Wäre der tiefe Sinn dieser uralten Einrichtung stets den jüdischen Familien ins Bewußtsein getreten, so würde sicherlich der Augenblick sie besser gewappnet finden, als es tatsächlich der Fall ist. Es ist nicht etwa (an dem׳, daß .durch diese Erinnerung das Mahl vergällt, die Behaglichkeit gestört werden sollte,