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Nahalat tsevi · 1933-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1933) · p. Seite 301

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 10-11 (Juli 1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 301 (sequence 5)
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301 Dieses ,Weisheitswort zieht eine Parallele zwischen der Geschichte des ersten Menschenpaares und der Geschichte des jüdischen Volkes: hier und dort das gleiche Geschick, dem die gleiche Ursache zu Grunde liegt. Dem ersten Menschenpaare hatte Gott Gan Eden auf Erden bereitet. Inmitten irdischer Seligkeit sollte es der innigsten Gottesnähe teilhaftig sein. Denn .עיקר שכינה בתחתונים היתד, lehren die Weisen, Gottes Schechina wollte von Anfang an auf Erden Stätte nehmen, und der Mensch sollte sie ihr mit seinem Leben bereiten. Das war der Fall, so lange er dem Gotteswillen rückhaltlosen Gehorsam zollte. Als aber der Mensch dem Gottes willen den Gehorsam versagte,וישלחהו ה׳ אלקש מק עדן schlossen sich hinter ihm die Pforten des Gan Eden,!ויגרש את האדם schied mit der räumlichen Entfernung des Menschen aus dem Gan Eden auch Gottes Schechina aus Menschenleben: ויגרש, כאשד גדושה מבעלה ward das eheliche Band zerrissen, das Gott mit dem Menschen verband. Seitdem irrt eine Menschheit fern von Gott durchs Leben und sucht vergebens Gan Eden auf eigene Faust zurückzugewinnen. Gottes Liebe aber will, daß eine irre gegangene Menschheit über ihren leiderfüllten Geschickesgang den Weg zu Gott und damit den Weg zum Gan Eden zurückfinde. Und Israel soll ihr den Weg weisen. Darin liegt die hohe gottgewollte Bestimmung des jüdischen Volkes. Erez Jißroe! sollte ihm zum verjüngten Gan Eden werden, und durch die Heiligung seines Lebens, ועשו לי מקדש ושמתי בתוכם Gottes Sehechina erneute Stätte auf Erden finden. Da vollendete sich auch in seinem Leben das tragische Verhängnis: Als auch Israel dem Gotteswillen der Thora den Gehorsam versagte, wies Gottes Erziehungswaltung sein Volk aus seinem Gan Eden: mit den שילוחין, mit dem Verlust seines irdischen Glückes trat aber auch!גירושי, erneutes מלוק שכינה ein, entfernte sich zum zweiten Male Gottes Schechina aus dem Menschenleben. Fern von dem Gan Eden des Gotteslandes, fern von ״Gottes Angesicht“ soll das jüdische Volk im Galuth und durch das Galuth für seine Be- Stimmung erzogen werden. Der Doppeljammer seines Geschickes ist aber in unvergleichliCher Kürze!und Eindringlichkeit durch das eine Wort איכה in seiner doppelten Punktation ausgedrückt איר״ schaut auf die gegenwärtige traurige Verfassung des jüdischen Volkes im Vergleich zu seinem früheren Glück, mißt seine gegenwärtige Armut und Erniedrigung an seinem früheren Reichtum,

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