Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 283 (sequence 51)
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ausgeprägter Wirtschaftsgesinnung des waren-zirkulierenden- Händlers — auf!diesen Gedanken, der erst einem privaten Bedürfnis des historischen Materialisten entgegenkommt, kann der!Jude nicht gefallen sein und folglich sich auch nicht daran für seine eigene Lebensgestaitung orientiert haben. Was besagt die Feststellung,!daß für die Zeit des babylonischen Exils nicht die Heimkehrenden, sondern die in Babylon verbliebenen Juden typisch waren, selbst wenn diese Behauptung wahr wäre, was Heller erst beweisen müßte, was würde das besagen, wenn aber alle späteren Generationen, für deren wirtschaftliche Haltung Heiler bei den babylonischen Juden das ,Vorbild sucht,!selber sich nicht mit den babylonischen, sondern mit den heimkehrenden identifizieren? Oder sind vielleicht die alexandrinischen Juden iur die spätere Zukunft vorbildlich gewesen, deren Kultur sich an ,der Peripherie der jüdischen Geschichte ablagerte,!oder vielmehr die Juden in Palästina, deren Kämpfe (und Leiden alle Geschlechter zweier Jahrtausende lebendig in Erinnerung behielten? Will man die historischen Erscheinungen der Spätzeit aus der Kontinuität der geschichtlichen Entwicklung ableiien, mit weichem Recht geht pian dann an jenen Tatsachen der Vergangenheit vorbei, welche die Spätzeit selber für entscheidend hielt, und konzipiert einen geschichtlichen Ablauf, dessen Abschnitte für das historische Bewußtsein der Spätzeit als periphäre Episoden galten? Glaubt man wieder eine neue wissenschaftliche Entdeckung gemacht zu haben, die über die Vorgänge der Frühzeit ein neues Licht verbreitet, wie kommt man dann dazu, eine bisher unbekannte Auffassung über die Anfänge der jüdischen Geschichte in das Bewußtsein der Spätzeit hineinzuprojizieren und diesem gar nicht vorhandenen Bewußtseinsinhalt *eine geschichtsgestaltende Wirkung zuzuschreiben? III. Was Heller über die nachexilische Zeit zu sagen weiß, erschöpft sich in der Begriffsbestimmung des Judentums der kommenden Epochen als Kaste. Da die Juden kein Land mehr in Besitz haben, also auch kein Volk mehr sind, werden ihre historischen Erscheinungsformen allein von den wirtschaftlichen Gegebenheiten bedingt. Die Wanderungen der Juden erfolgen nach den Gesetzen der wirtschaftlichen Notwendigkeiten, sie führen von wirtschaftlich höher entwickelten in wirtschaftlich