Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 281 (sequence 49)
- Belongs to
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281 Dauer der Sommerferien die Esräer unter Leitung eines Führers und mehrerer Helfer sich zusammenfinden, um wenigstens für diese Zeit sich das Milieu zu schaffen, das ihrer Jüdischkeit und der Eigenart jugendlichen Daseins entspricht. Das Landheim —bei den größeren Esragruppen zu einer regelmäßigen Einrichtung geworden — ist der Prüfstein für die gesamte Esra- Tätigkeit. Das jüdische Gemeinschaftsleben, das dort sich entwickelt, trägt seine Früchte ins Jahr hinein und hat junge Menschen weit stärker beeinflußt, als jahrelanger Besuch einer jüdischen Schule und!ernster Erziehungswille der Eltern es vermocht haben. Voller Stolz darf der Bund gerade auf diese Einrichtung blicken, die auch der Oeffentlichkeit derart zur Selbstverständlichkeit geworden ist, daß jüdische Eltern unbedenklich ihre Kinder wochenlang der Obhut ihrer Esra-Führer- und Führerinnen anvertrauen. Der offizielle Bericht über die Halberstädter Tagung, auf der die Loslösung von der Agudoh beschlossen wurde, klingt in die bange Feststellung aus: ״Die Esraführer haben noch eine weite Strecke vor sich, ehe sie berechtigten Anspruch auf die Anerkennung erheben können, Esraziele erreicht zu haben.“ Mit der obigen Schilderung der Arbeitsweise und des Arbeitsgebietes ,das der Esra auf sich nahm, hofft der Verfasser einen kleinen Beitrag beigesteuert zu haben, die Urteilsfindung über die Berichtigung des Anspruches auf öffentliche Anerkennung zu erleichtern. (Fortsetzung folgt.) Das untergehende Judentum. Von stud. phil. Jakob Katz. (Schluss.) Bei dieser Stelle merkt man, wohin es führt, wenn die Deutung der jüdischen Geschichte, um einem Bedürfnisse zu genügen, nach einer von der Fremde hergeholten Methode versucht wird. Dieser Versuch Hellers, die!Mentalität und die historische Rolle des Judentums bloß aus ־den natürlichen Bedingungen seiner Volkswerdung zu erklären, beruht auf einer willkürlichen Auswahl der Vorgänge, die ■man als historisch-repräsentativ bezeichnen will. Auf diese Weise!wird es möglich, in den ersten Anfängen der jüdischen Geschichte den späteren Verlauf vorgezeichnet und durch die natürlichen Fak-