Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 280 (sequence 48)
- Belongs to
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260 ziehen). Ein altes ביה הקבורות ruft das Bewußtsein der eigenen Vergangenheit im jüdisch-deutschen Kulturkreis wach und regt — schmerzhafte Aktualität! — zur Beschäftigung mit jüdischer Familienforschung an. Die Heimabende: Da werden natürlich jüdische Kullusgegenstände von geschickten Händen gebastelt, da wird musiziert und gesungen, deutsch und hebräisch', die ״Klampfe‘‘ spielt eine große Rolle, aber noch eifriger wird gemeinsam gelesen und das Aufgenommene besprochen. ,Wohl nirgends — in keiner Agudoh-Jugendgruppe — sind die agudistischen Schriften von Nathan Birnbaum, Isa;!c Breuer und Jakob Rosenheim ernsthafter diskutiert worden als in den Esra-Gruppen. Bei der Beschäftigung mit Profanlektüre steht das Hineinführen in die Sphäre des Künstlers neben der geistigen Durchdringung seiner Problemwelt, und wo in der Welt menschlicher Geist der Vervollkommnung entgegengereift ist, da folgt man und sucht nachschaffend und nacharbeitend sich selbst emporzuheben. Das ״Lernen“, die שעוריש: Schon bei den Jüngsten, den 8—10 jährigen, wo es solche Gruppen gibt, fängt man an. Und jeder Altersstufe entsprechend wird der Stoff .gewählt, soweit es sich um eine unterrichtsmäßige Zusammenfassung der Jugendlichen handelt. Meist aber geben die Aelteren-Gruppen (13—18 Jahre) und die Führerschaft selbst nur den Rahmen ab für die einzelnen kleinen Zirkel, die sich zum intensiven Lernen zusammenfinden.* In einer geistreichen Formulierung des agudistischen Programms heißt es: Der größte Feind des Agudismus ist der עס הארץ Es sei dahingestellt, wieviel die Agudas Jißroel in Deutschland dazu beigetragen hat, daß in der jüdisch-orthodoxen Jugend wirklich gelernt wird und nicht nur jeder seinen mehr!oder minder obligaten שעור hat, den er ״absitzt“. Aber es bleibt ein unbestreitbares Verdienst des Esra, die Jugend unablässig zum Lernen angeregt und durch Einrichtung des L i m m u d-A m t e s vielen, die es aus eigenen Mitteln nicht konnten, die Möglichkeit gegeben zu haben, für längere Zeit eine ישיבה zu besuchen. In diesem Sinne darf das oben zitierte Wort unbedenklich auf den Esra angewandt werden. Seit etwa acht Jahren tritt zu den genannten Erziehungsmittein in besonderem Maße das L a n d h e i m, in dem für die * Es würde zu weit führen, eine Systematik des im Esra! gelernten Stoffes zu geben; es sei auf die Zusammenstellung von Felix Munk verwiesen, die in jüngster Zeit auch die A. J. J. O. übernommen hat