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Nahalat tsevi · 1933-05-01 · Heft 8-9 (Mai 1933) · p. Seite 279

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 8-9 (Mai 1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 279 (sequence 47)
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279 zu einen über die engen Schranken hinaus, die das jüdische Volk heute in Parteien zerklüftet.“ IV. Diese Leitsätze sind in mehrfacher Hinsicht Charakteristisch. Ihr Stil erinnert in Wortwahl und Wortstellung an die ersten Kundgebungen der Freideutschen Jugend. Aber auch ihr Inhalt läßt die Beeinflußung von dort her deutlich erkennen: Reichlieh abstrakte Formulierungen, die ihre Konkretisierung erst erfahren müssen, eine starke Betonung der Jugend als Trägerin eigenen Wertes, eine überaus deutliche Hervorkehrung der Gemeinschaftsidee. Aber das Wesentliche ist und bleibt, daß die höchste und einzige Zielsetzung die Erziehung zu 1ימוד תורד?, zur wahrhaft jüdischen Persönlichkeit ist, daß alle Werte von außen immer in den Dienst der eigentlichen Aufgabe gestellt werden. Die Erziehungsmittel in der Esra-Ärbeit sind gewöhnlich Wanderung, Heimabend und שעור, aber keines von allen ist oder [wird Selbstzweck. Die Wanderung erzieht zur Einfachheit, zum Sich-Bescheiden auch in beschränkten Verhältnissen, zum Aushalten körperlicher Strapazen, zur Kameradschaftlichkeit und Werkgemeinschäft. Da wird jede jüdische Handlung, jede מצוד׳, zum wahren Erlebnis. Man weiß ganz genau, daß ein ästhetisierendes Sich-Versenken in die Schönheiten der Natur zu einem Gottesbegriff führt, der alles eher ist als jüdisch: המת קדשים והמטהרים אי* הגנות, Und deshalb wagt man sich an den großen Umformungs- und Umdeutungsprozeß heran, Naturerlebnis und Gotteserlebnis in dem Sinne zu vereinigen, wie unsere הנמים es vorgelebt haben. Was zu Hause, was in der Synagoge Gewöhnung und Gewohnheit war, wird auf der Wanderung, auf der ״Fahrt“, zum Ausdruck lebendigster Jüdischkeit. Man sucht Zwerggemeinden auf, die seit langem kein ־!נץ mehr hatten, man läßt sich die Synagogen öffnen, dort betet man, und der auch auf der Wanderung täglich gelernte שעור weiht erneut alte Schulstuben, die seit Jahren nur als Abstell- und Gerümpelkammer benutzt wurden. (Man tritt!aber — im Bewußtsein eigener Unvollkommenheit — überall recht bescheiden auf und unterfängt sich nicht, als eine Art Wanderredner und Volksbeglücker die jüdische Bevölkerung dieser kleinen Orte zu er-

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