Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 278 (sequence 46)
- Belongs to
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276 schaffen mußte, und es spricht für die innere Geschlossenheit in der geistigen Haltung des späteren Esra, daß hei aller Gegensätzlichkeit der Anschauungen dieses ״Du“ zur Selbstverständlichkeit wurde. Der Hinweis auf das Gemeinschaftsgefühl der Jugend, ferner die Einsicht in ihr hervorzurufen und wachzuhalten, daß sie der Gemeinschaft gegenüber Pflichten zu erfüllen habe, weiterhin ihr Gefühl zu stärken und ihr eine natürliche Einstellung zu den Dingen zu vermitteln : Das sollte eines des spezifischen Ziele des Esra sein. In diesem Zusammenhang mag es angebracht!sein, die damals konzipierten programmatischen Leitsätze des Esra zu zitieren, denn im Kampf um ״Die alten Ziele“, der seit einigen Jahren im Esra ausgefochten wird, spielen sie, wenn auch den meißten unbewußt — eine entscheidende Rolle. ״Der Esra ist geschaffen, und er gestaltet sein Wirken in der Erkenntnis, daß die harmonisch abgeschlossene Persönlichkeit, die Thora- und Weltwissen in einem gesunden Körper vereint, allein befähigt sein kann, den Weg des Judentums in seiner Vollendung zu gehen. Gegenüber den kleinen und kleinlichen Mitteln der Politik, die ihren Zwecken nur die Halbheit in Gesinnung und Tat dienstbar machen kann, errichtet der Esra als Erziehungsziel das Ideal der jüdischen Persönlichkeit, die in freiem und bewußtem Wollen den Weg des thoratreuen Judentums als den rechten und ihr allein gemäßen wählt. Will daher das intensive Beschäftigen mit Tauroh und das Erfassen der jüdischen Geschichte die geistige und seelische Struktur des Esräers zu einer wahrhaft jüdischen gestalten, das Erkennen der außerjüdischen Dinge das Weltbild vollenden und die körperliche Uebung das einer Anstrengung des Geistes notwendige Aeqivalent bieten, so sieht der Esra in der Institution der Führerschaft die geeignetste Möglichkeit zur Ausbildung von Charakter, von Entschlußkraft, Selbständigkeit und Veramwortungsgefühl. Wie der Jude im Judentum das Maß aller Dinge sieht, den einheitlichen Gesichtspunkt für das Weltbild, so will der Esra die Einheit als das höchste Streben propagieren: In der Propaganda der Tat. Durch seine Existenz schafft der Esra die Plattform, die jüdische Jugend, wenn ihr nur jüdisches Empfinden und jüdischer Enthusiasmus eignet,