Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 275 (sequence 43)
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275 Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von orthodoxen Jugendlichen waren Mitglieder des Blau-Weiß gewesen, glaubten aber — unbeschadet dieser Mitgliedschaft — gleichzeitig der Agudas Jißroel angehören zu dürfen. Das Recht zur Mitgliedschaft in beiden Verbindungen wurde jedoch bestritten, und e; verdient festgestellt zu werden, daß der Blau-Weiß es war, der die Alternative stellte: Blau-Weiß oder Agudohü" Da Agudas Jißroel die einzige umfassende Organisation der gesetzes!treue!1 Judenheit in Deutschland darstellte, war es ihre Aufgabe, zur Sammlung zu rufen, und zum Anschluß an ihre Gruppen auch die oben genannten orthodoxen Jugendbünde aufzufordern. Der Zusammenschluß erfolgte auf Grund der nachstehend zitierten Würzburger Resolution: ״Der Bundestag beschließt die Konstruierurig einer Jugendpflege-Organisation auf der Grundlage der bestehenden Esra-Jeschurun-Gruppen, die befähigt ist, einer aufbauenden Tätigkeit in der Jugendpflege im Sinne der Tauroh zu genügen.“ Diese Jugendpflegeorganisation erhielt gemäß einem Anträge der Kölner Delegierteil den Namen ״Esra“. II. Jugendpflegeorganisation: Ein schönes Wort, vvers recht verstünde. Und es verstanden dieses Wort viele der maßgebenden Menschen innerhalb der deutschen Orthodoxie leider nur in seiner engsten Bedeutung eben als Fürsorge der ״Aelteren“ für die Jugend. Jugendpflege: Das erinnerte an Bevormundung durch die ältere Generation, von der man sich doch gerade freimachen wollte, weil man Halbheit, Unvollkommenheit und ein Versagen auf vielen Gebieten des jüdischen Lebens sah und deshalb ehrlich sich bemühen wollte, grundsätzlich Neues zu schaffen. Die Führerschaftsleiter in den einzelnen Esra-Gruppen waren damals ausnahmslos vom besten und ehrlichsten Willen beseelt, die schöne Resolution der Würzburger Tagung zu verwirklichen, aber es fehlte ihnen meistens die lebendige Verbundenheit mit der eigentlichen Jugend, zuweilen gar das Verständnis für das Wesen dieser jungen Menschen, die in manchem bewußt die Aeußerlichkeiten des Wandervogeltums ** s. Jahrgang II dieser Zeitschrift S. 289 f.